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Nachsuche mit Nachspiel

Die Erlösung dieses kranken Knopfbocks sorgte für Empörung. Foto: Tierschutzverein © Tierschutzverein

Der Jäger war von einem anderen Waidmann verständigt worden. Dieser gab an, dass sich auf seinem Grundstück ein krankes Reh befinde. Selber wolle er aber das Stück nicht erlösen, da er in dem betreffenden Revier nicht jagdausübungsberechtigt sei.
Als sich der eingetroffene Grünrock mit Hund dem kranken Stück näherte, mobilisierte der Jährling die letzten Kräfte und versuchte zu flüchten. Der Hundeführer schnallte sofort seinen Vierbeiner, der den Bock auf einem angrenzenden Grundstück packte. Nachdem der herbeigeeilte Jäger vergeblich versuchte einen Fangschuss mit der Kurzwaffe abzugeben, durchtrennte er die Drossel mit der kalten Waffe. Laut Medienberichten soll der Revolver nicht geladen gewesen sein.
Jetzt erstattete der Grundstückseigentümer nach Angaben des ORF auf Anraten der Bezirkshauptmannschaft Anzeige wegen Tierquälerei und holt sich Schützenhilfe vom Österreichischen Tierschutzverein. Viele Österreicher kritisierten diesen Schritt. Zum einen sei es aus Sicherheitsgründen gerechtfertigt ein Tier mit Hund und Blankwaffe in Wohngebieten nachzusuchen. Auf der anderen Seite hätte der Hauseigentümer selber dem Tierschutzgedanken nachkommen und das Tier erlösen müssen. Auch erhält der Beschuldigte Rückendeckung von der Jägerschaft: Es sei nicht möglich in bebauten Gebieten zu schießen und der Hund sei nach oberösterreichischem Jagdgesetz geprüft. Verwundert zeige man sich ebenso darüber, dass erst gut zwei Wochen nach dem Vorfall Anzeige erstattet wurde.
BS