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Nachsuche endete in Wohnhaus

Trauriges Ende an der Kellertreppe: Der Überläufer musste abgefangen werden. Foto Toni Jünger © Toni Jünger


Im wahrsten Sinne des Wortes „Schwein gehabt“ hatte Familie Jünger in Wallmenroth (Rheinland-Pfalz). Glücklicherweise aber nur für eineinhalb Stunden, dann war der Spuk zu Ende.
Christa und Toni Jünger trauten ihren Augen nicht. Aus dem Schlafzimmer ihrer Tochter Katja kamen ungewohnte polternde Geräusche. Was dann passierte, kann man eigentlich nicht glauben, wenn man es nicht selbst erlebt:
Als sich die Eltern, die sich in der Küche beziehungsweise im Wohnzimmer befanden, auf den Weg zu Katjas Zimmer machten, kam ihnen im kleinen Flur davor ein Wildschwein entgegen. Mutter Christa suchte schnell das Weite, Vater Toni legte die ganze Emotion in seine Stimme und herrschte den ungebetenen Gast an: „Raus, raus!“ Offensichtlich hatte sich das Tier auch erschreckt - es nahm den Weg über die Treppe nach unten. Dabei überschlug es sich und blieb zunächst am Boden liegen.
Toni Jünger rief nach Momenten der Ratlosigkeit die Polizei in Betzdorf an. Der freundliche Helfer der Polizei reagierte umgehend und beauftragte einen Jagdpächter, der der Familie helfen sollte. Bis zu dessen Eintreffen vergingen bange Minuten. Erleichterung kam auf, als der Jagdpächter eintraf und unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften den Überläufer ( fast 50 Kg schwer) mit zwei Schüssen erlegte.
Das Wildschwein hatte schon blutige Spuren im Kinderzimmer hinterlassen, was darauf deutete, dass es bereits vorher angeschossen worden sein musste. Ein Verdacht, der sich bestätigen sollte: Kurz nach den erlösenden Fangschüssen traf nämlich ein Nachsuche-Trupp am Ort des Geschehens ein, angeführt durch den Schweißhundeführer mit seinem treuen Gefährten – einem Hannoverschen Schweißhund. Viele Kilometer von Steckenstein aus – dort war das Wildschwein wohl angeschossen worden – hatte der Hund mit seinem Führer und einem weiteren Begleiter innerhalb von vier Stunden zu bewältigen gehabt, bevor er sein Ziel im Hause der Familie Jünger in Wallmenroth endlich erreichte. Und das, um festzustellen, dass ihnen der andere Jäger bereits "zuvorgekommen" war. TJ