NABU rudert zurück

Die Überreste einer vom Waschbären gefressenen Erdkröte. Foto: Rudolf Meyer


Wegen einer zunehmenden Ausbreitung dieser Neozoonen soll die Umweltschutzorganisation die ganzjährige Jagd auf die Räuber gefordert haben. Der Hintergrund: Die Waschbären fressen immer mehr Kleintiere. Vorallem an den Fangzäunen entlang von Straßen gibt es immer öfter ungebetene Gäste. Zum Teil werden dort reihenweise unter Schutz stehende Amphibien getötet. Beleg dafür sind neben stark verstümmelten und halb aufgefressenen Tieren, die Aufnahmen von Wildkameras.
NABU-Amphibien-Experte Christian Höppner soll die Panzerknacker daher als eine massive Gefahr für die Kröten bezeichnet haben. Außerdem habe er laut dpa dafür plädiert, die Schonzeit für Waschbären abzuschaffen. In einem Telefonat mit jagderleben will er dies allerdings nicht so stehen lassen: "Man hat mir die Worte in den Mund gelegt." Gemeint hätte er demnach nur, dass man die Auswirkung des Waschbären auf geschützte Arten in eimem Monitoringprogramm überprüfen müsse. Im Zweifelsfall könne man dann über eine Abschaffung der Schonzeit nachdenken.
In Niedersachsen gilt diese für ausgewachsene Tiere aktuell vom 1. April bis zum 15. Juli. Jungwaschbären dürfen das ganze Jahr über geschossen werden. Im vergangenen Jagdjahr wurde in Niedersachsen die Rekordzahl von mehr als 10.000 Stück erlegt. Vor zehn Jahren waren es nur rund 2.400. Daher sei auch die Landesjägerschaft für eine intensive Bejagung der Waschbären, so Sprecher Florian Rölfing.
dpa/RW

 


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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