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Nabu glaubt an Wolfsfütterungen

Der Nabu glaubt, dass Wölfe von Menschen gefüttert werden. Foto: Nabu/Jan Noack © Nabu/Jan Noack
Der Nabu glaubt, dass Wölfe von Menschen gefüttert werden. Foto: Nabu/Jan Noack © Nabu/Jan Noack

Der Nabu glaubt, dass Wölfe von Menschen gefüttert werden. Foto: Nabu/Jan Noack

Immer wieder sorgt der Naturschützer-Verein mit seltsamen Ansichten für Aufsehen. Zuletzt war es ein Pamphlet namens “Umweltverträglichkeitsprüfung“, wodurch mit skurrilen Behauptungen Stimmung gegen die Landesjagdgesetze gemacht werden sollte. Der nächste Schmunzler kommt vom „Nabu-Wolfsexperten“ Markus Bathen. Er will nämlich ganz genau wissen, warum der Wolf aus Mölln (wir berichteten hier) keine Angst vor irgendetwas hat: „Wenn ein offenbar kerngesunder Wolf diese Scheu verliert, müssen wir davon ausgehen, dass er von Menschen angefüttert wurde“, so Bathen in einer Pressemitteilung. An dem ausgebrachten Futter hänge der Geruch von Zivilisation, weshalb das Tier den Kontakt suche. Für den Wolf sei das natürlich alles andere als gut. Beinahe beiläufig erscheint der Zusatz, dass das Verhalten auch für Menschen ungesund werden könnte. Aber aggressiv sei das Tier ja nie gewesen...
Jetzt wolle man mit allen Mitteln verhindern, dass „durch den Fehler Einzelner eine gerade erst zurückgekehrte Tierart in Verruf gerät“. Jeder, der eine illegale Wolfsfütterung entdecke, habe sich unverzüglich in der Nabu-Stabsstelle „Wolf“ zu melden.
Abschließend bleibt die Frage, wem eigentlich die ewig verharmlosende Haltung der Wolfsförderer am meisten schadet? Das ständige Belächeln kritischer oder gar verängstigter Stimmen zum Rückkehrer schafft wohl kaum mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.
Übrigens: Kurze Zeit vor der waghalsigen Wolfsfütterungs-Theorie, machte Bathen mit einer anderen Behauptung auf sich aufmerksam. Nachdem seine Nabu-Kollegen im Wolfsstreifgebiet eine Schlagfalle gefunden hatten, vermutete Bathen darin eine Wolfsfalle. Seine Begründung: Das „Tellereisen“ lag im Naturschutzgebiet Langenmoor (Kreis Cuxhaven) und war mit Innereien beködert. Die Fangabsicht könne demnach nur dem Wolf gegolten haben, ist er sich sicher. Sofort müsse das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernehmen. Schließlich kämen die „lokalen Einheiten schnell an die Grenzen ihrer Möglichkeiten“.
BS