Mysteriöser Fund

Außer dem abgetrennten Haupt wies das Kitz äußerlich keine Verletzungen auf.


Der Waidmann war am 11. Mai ansitzen, als er das Stück Rehwild beim Blick durch sein Fernglas entdeckte. Das verendete Kitz lag in der Fahrgasse eines bewachsenen Ackers – ohne Kopf. Jemand muss das Haupt inklusive des Trägers mit einem scharfen Messer präzise abgeschärft haben. Dass dies die Tat eines Fuchses war, von denen solches Verhalten bekannt ist (allerdings nur Haupt ohne Träger), schließt die zuständige Obfrau der Kreisjägerschaft Paderborn gegenüber jagderleben mit hoher Wahrscheinlichkeit aus: „Der Träger wäre dafür viel zu glatt am Rumpf abgetrennt“. Außerdem sei das Stück erst nach seinem Tod am Fundort abgelegt worden. Denn beim Absuchen der Umgebung mit Hund fanden sich weder Kopf noch Schweißreste.

„Ich bin mir sicher, dass jemand das Haupt absichtlich abgetrennt hat, um zu vertuschen, dass das Kitz von einem freilaufenden, wildernden Hund angefallen und getötet worden ist. Danach hat er das Kitz einfach hier abgelegt“, legt sich der Borchener Jäger fest. Denn bei einer genaueren Untersuchung des Wildkörpers wären mehrere Blutergüsse in Erscheinung getreten. Diese sollen von Hundebissen stammen. „Da sich am Kopf des Kitzes wahrscheinlich noch mehr Spuren durch den Hund befinden, wurde er abgeschnitten“, so der Grünrock. PM


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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