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Muffel-Totalabschuss verfügt

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Montag, 29.12.2014 - 19:09
Ohne Zukunft? Vier der insgesamt 18 Wildschafe im Bereich Kösching. Foto: P. Smischek © P. Smischek
Ohne Zukunft? Vier der insgesamt 18 Wildschafe im Bereich Kösching. Foto: P. Smischek

Ein Abschussplan von 1971 belegt das dortige Muffelwildvorkommen. Foto: P. Smischek

Das Landratsamt könnte die Rechnung jedoch ohne die Jäger gemacht haben. Diese sind über die Anordnung nämlich alles andere als erfreut. Manche der Betroffenen hatten das bereits bei einer HG-Versammlung am 10. Dezember deutlich geäußert, als die Entscheidung verkündet worden war. Reaktion der Behörde: Androhung von Zwangsmaßnahmen.
Streitobjekt sind 18 Stück Muffelwild, die sich in diesem Bereich östlich der Bundesautobahn A9 aufhalten und sich in den vergangenen sechs Jahren aus ursprünglich zwei vermehrt haben. Woher die "Stammeltern" gekommen sind, ist nicht geklärt. Was jedoch nach Ansicht von Franz Loderer unerheblich ist: "Es hat dort bereits früher ein Bestand existiert, wir können das beweisen", so der Vorsitzende der zuständigen BJV-Kreisgruppe Eichstätt im Gespräch mit der Redaktion.
Der Beweis ist ein Abschussplan aus dem Jahre 1971, der ein Vorkommen der Wildschafe in diesem Gebiet zu diesem Zeitpunkt dokumentiert. Und genau hier setzt Peter Smischek, Vorsitzender der benachbarten Kreisgruppe Ingolstadt an: "Dieser Umstand wurde in allen Beratungen über diese Angelegenheit bis hinauf zur Obersten Jagdbehörde ignoriert", übt er im Gespräch mit jagderlegen.de Kritik. Demnach sei das Vorkommen in Zusammenhang mit der heute noch existenten Population im Westen der A9 zusehen. Es müsste eigentlich Bestandsschutz genießen führt Smischek an und verweist dabei auf ein ministerielles Rundschreiben aus den 1970er-Jahren. Danach dürfen Muffelwildbestände, die vor 1974 existiert haben, auch in Zukunft gehegt werden.
Nach einem Bericht in der Regionalpresse regt sich jetzt Widerstand gegen die Verfügung des Landratsamtes: "Mittlerweile", so Smischek, "kommen auch Vertreter der Grundeigentümer – die ja die Abschussvorgaben unterschreiben müssen – ins Grübeln, ob dies die richtige Entscheidung war".
JMB