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Mountainbiken im Wald: Geldbußen und Beschlagnahmungen möglich

Die neue Verordnung regelt das Fahren im Wald. © KopoPhoto - stock.adobe.com
Die neue Verordnung regelt das Fahren im Wald.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie nutzen Menschen die Wälder zur Naherholung. Besonders für Mountainbiker sind Waldwege und Singletrails ein beliebtes Ausflugsziel – auch aus Mangel an offiziellen Bike-Parks.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat nun einen Vollzug zur „Erholung in der freien Natur“ veröffentlicht.

Radfahrer dürfen nur "geeignete Wege" nutzen

In der Bekanntmachung bekräftigt das Ministerium nochmals das Betretungsrecht in Wäldern. Fußgänger sind berechtigt, "zu jeder Jahreszeit in allen Teilen der freien Natur unentgeltlich zu wandern, zu gehen oder zu laufen." Das Betretungsrecht beschränkt sich dabei nicht auf Wege. Anders sieht es jedoch für Reiter und Radfahrer aus. Dort beschränkt sich die Benutzung "auf Wege, die sich dafür eignen". "Ein Querfeldeinfahren mit Fahrrädern oder anderen Fahrzeugen ohne Motorkraft ist ebenso nicht vom Betretungsrecht erfasst. Auch ein Reiten abseits geeigneter Wege verstößt gegen das naturschutzrechtliche Betretungsrecht", so das Ministerium in der Bekanntmachung.

Rückewege sind keine geeigneten Wege zum Radfahren

Doch was sind geeignete Wege zum Radfahren? Bei der Vielfalt der Erholungsräume in Bayern lassen sich keine generellen und überall zutreffenden Regelungen für die Eignung von Wegen aufstellen. Eines der Kriterien kann die Wegbeschaffenheit sein. Ein Befahren darf nicht zur Zerstörung der Wegoberfläche führen. Da Fußgängern der Vorrang gebührt, kann ein Weg nur dann genutzt werden, "wenn eine sichere Nutzung (durch Befahren oder Reiten) ohne Gefährdung oder unzumutbare Behinderung von Fußgängern möglich ist."

Auch Wege, "die ein gefahrloses Überholen auch bei angepasster Fahrweise nicht zulassen (etwa aufgrund ihrer Steigung, Beschaffenheit oder Wegebreite), wie zum Beispiel steile oder unübersichtliche Pfade, auf denen der Fahrradfahrer nicht sicher bremsen kann oder bei denen Absturzgefahr besteht" können für Fahrradfahrer ungeeignet sein. Dies trifft insbesondere auf sogenannte Singletrails zu. Auch "Holzrückegassen und -wege auf dem gewachsenen Waldboden stellen nach den Ausführungen unter Punkt 1.3.2.1 grundsätzlich keine Wege dar und sind in aller Regel keine für das Befahren mit Fahrzeugen ohne Motorkraft und das Reiten geeigneten Wege."  

Grundbesitzer haften für atypische Gefahren

Die Ausübung der Naturerholung erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr. "Insbesondere besteht danach keine Haftung für typische, sich aus der Natur oder der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Walds ergebende Gefahren, wie Trockenzweige in Baumkronen, herabhängende Äste nach Schneebruch oder Sturm, Unebenheiten auf Wegen durch Wurzeln, kleinere Schlaglöcher und Steine. Atypische Gefahren, für die grundsätzlich eine Verkehrssicherungspflicht besteht, sind dagegen solche, die (vom Besitzer) künstlich geschaffen oder geduldet werden und die der Besucher nicht oder nicht rechtzeitig erkennen kann und mit welchen er nicht rechnen muss." Dies könnte bspw. auch auf künstlich geschaffenen Rampen oder ähnliches zutreffen, welche sich begeisterte MTB-Fahrer in den Wald gebaut haben.

Mountainbikes können eingezogen werden

Werden Verstöße gemeldet, drohen Geldbußen. Auch können bei Ordnungswidrigkeiten verwendete Gegenstände einzogen werden, wie zum Beispiel Mountainbikes, mit denen "außerhalb des vom naturschutzrechtlichen Betretungsrechts vorgesehenen Rahmens gefahren wurde."

Die gesamte Verordnung finden Sie hier (klick).


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