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Moderatere Töne

Um Ausgleich bemüht: Forstminister Helmut Brunner (l.) und BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke. Foto: JMB © JMB
Festredner Eckhard Fuhr (r.) durfte für seine Verdienste um das Jagdwesen die Hubertus-Medaille aus der Hand von Jagdkönigin Marion Lenz entgegen nehmen. Foto: JMB © JMB

Festredner Eckhard Fuhr (r.) durfte für seine Verdienste um das Jagdwesen die Hubertus-Medaille aus der Hand von Jagdkönigin Marion Lenz entgegen nehmen. Foto: JMB

Bereits in der Ausschussarbeit am Samstag wurde deutlich, dass man sich bemühte, die Wogen, die insbesondere um die sogenannte "Entkriminalisierung des Rehbockabschusses in der Schonzeit" entstanden waren, zu glätten. Die "ARGE jagende Land- und Forstwirte im BJV" brachte eine "Memminger Erklärung" auf den Weg, in der das gemeinsame Interesse und die gemeinsame Verantwortung aber auch die jeweiligen Zuständigkeiten von Landwirten, Waldbauern und Jägern beim Themenkomplex Jagd betont werden (Link siehe unten).
Im Rahmen der nachmittäglichen Landesversammlung stellte BJV-Präsident Prof. Jürgen Vocke den Delegierten seine Sicht darauf dar, wie es zu den Irritationen mit dem Waldbesitzerverband und dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gekommen ist. Gleichzeitig machte er sich jedoch auch für eine Rückkehr zu einem konstruktiven Dialog stark. Dabei äußerte Vocke die Hoffnung, dass der zuständige Staatsminister Helmut Brunner ebenfalls an einer Beilegung der Differenzen interessiert sei.
Der Minister enttäuschte die Jäger nicht. Zwar nutzte er seinen Auftritt bei der sonntäglichen Abschlusskundgebung auch dafür, um seine Sicht der Entwicklung darzustellen. Gleichzeitig ließ er jedoch keinen Zweifel daran, dass ihm an einem Ausgleich mit der Jägerschaft gelegen ist. Brunner versprach, dass es zur Umsetzung der Entscheidung klare Vollzugshinweise geben wird, die vorher mit dem Jagdverband, dem Bauernverband und dem Waldbesitzerverband besprochen werden.
Auch machte er noch einmal deutlich, dass damit die bestehenden Jagdzeiten nicht geändert wurden und die Verpflichtung der Jagdleiter, auf die geltende Rechtslage hinzuweisen, bestehen bleibt.
Den zweiten Teil der Veranstaltung bestritt der Kulturjournalist und Autor Eckhard Fuhr mit seinem Festvortrag. Ausgehend von seinem Buch "Jagdlust – warum es schön, gut und vernünftig ist, auf die Pirsch zu gehen" nahm der passionierte Jäger kein Blatt vor den Mund, sondern schrieb der eigenen Zunft ein paar unbequeme Wahrheiten ins Stammbuch. Nach eigener Aussage "Optimist", zeigte er sich jedoch auch überzeugt davon, dass das Jägerhandwerk goldenen Boden habe und notwendiger denn je sei.
Dem konnten sich im Grundsatz auch die folgenden Grußwortredner aus Politik und Interessenvertretungen – darunter auch der Vorsitzende des Bayerischen Waldbesitzerverbandes Sepp Spann – anschließen. Sie alle plädierten wieder einmal für den Schulterschluss zwischen Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Jagd und für den Erhalt der bewährten Strukturen. Bleibt zu hoffen, dass die Harmonie durch das gesamte "Superwahljahr" 2013 hindurch bestehen bleibt.
JMB
Link: Wortlaut der "Memminger Erklärung"
Link: Verabschiedete Resolutionen und Anträge
Link: Filmbeitrag zum Landesjägertag