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Ministerium legt vor

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Samstag, 15.10.2011 - 02:37
Sachsens 1. Jäger, Knut Falkenberg und Umweltminister Frank Kupfer. Foto: CS © CS
Sachsens 1. Jäger, Knut Falkenberg und Umweltminister Frank Kupfer. Foto: CS

Herausgekommen ist ein Entwurf, der vielen Jägern in Sachsen die Galle hochkommen lassen dürfte. Ärgerlich ist beispielsweise, dass bereites im Jahr 2010 Ergebnisse der Studie „Rotwildlebensräume in Sachsen“ vorlagen. Durchgeführt wurde sie von Prof. Dr. Dr. Sven Herzog von der Technischen Universität Dresden. Kostenpunkt: 150 000 Euro. Das Geld stammt aus der Jagdabgabe! Doch die Lösungen, die Herzog in seiner Untersuchung aufzeigt, finden im neuen Gesetz keinen Niederschlag. Dabei war die Planung des neuen Jagdgesetzes der Auslöser für den Auftrag. MC


Die wichtigsten (geplanten) Neuerungen im Überblick:


  • Der Abschussplan für Rehwild entfällt.
  • Für Rot-, Dam- und Muffelwild können Dreijahres-Abschusspläne erstellt werden.
  • Im Feld darf Rotwild auch zur Nachtzeit bejagt werden.
  • In Jagdbezirken dürfen jeweils drei Stück Wild pro Jahr der Arten Rot-, Dam- und Muffelwild ohne Abschussplan erlegt werden. Ausnahme: Diese Erlaubnis gilt nur für weibliches Wild ab Altersklasse 1 (Beispiel: Schmaltier).
  • Hegegemeinschaften können Gruppenabschusspläne erstellen.
  • Bei der Jagd auf Wasserwild ist Bleischrot verboten.
  • Künftig soll jeder Jäger in Sachsen einmal jährlich an einem Übungsschießen teilnehmen.
  • Der Abschuss von wildernden Hunden ist nur nach Genehmigung erlaubt.
  • Sämtliche Totschlagfallen sind verboten (z. B. Eiabzugeisen).
  • Pachtverträge sind künftig viel leichter kündbar - beispielsweise wenn der Wildschaden die Pachtsumme von zwei Jahren übersteigt.
  • Jeder Jäger ist mit Bestehen der Jagdprüfung sofort pachtfähig, die Anwartschaft entfällt.
  • Die Jägerschaft wird verpflichtet, am Wildmonitoring teilzunehmen.
  • Schwerkrankes Wild nach Anhang IV Buchst. a der Richtlinie 92/43/EWG und der Richtlinie 2009/147/EG darf abweichend von Paragraf 22 a BJG nur mit Genehmigung der Jagdbehörde erlegt werden. Diese entscheidet im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde (Beispiel: Kolkrabe).
Den Referentenentwurf zum Landesjagdgesetz finden Sie hier.




Die offizielle Stellungnahme des DJV find Sie hier.




Die Ergebnisse der Sudie von Prof. Herzog finden Sie hier.