Home News Ministerin: Jäger brauchen keine Reform, um etwas zu bewegen.

Ministerin: Jäger brauchen keine Reform, um etwas zu bewegen.

Sehr interessiert folgte die Ministerin den Ausführngen der Fachleute.


Mit dem Wildpflanzenmonitoring will die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) Wildtieren und Insekten mehr Lebensraum geben. Auf einem Acker in Lingen (Ems), der dem stellvertretenden LJN-Präsidenten Josef Schröer gehört, wurde das Projekt vorgestellt. Einige Bauern haben sich davon bereits überzeugen lassen. Sie verzichten generös auf gut 200 Euro weniger Ertrag je Hektar, die sie mit dem Anbau von Energiemais in der Tasche hätten. Doch um dem Artenschwund entgegen zu wirken, müssten noch viel mehr mitziehen, erklärt Schröer. Stellt sich die Frage, wie man einen Landwirt von einer solchen Maßnahme überzeugt. Die Anerkennung als Ausgleichsmaßnahmen könnte der Schlüssel zum Erfolg sein. Da das sogenannte Greening ausläuft und die Entscheidungsträger aktuell an einer Agrarreform arbeiten, ist nun wohl der beste Zeitpunkt, um auf dieses Projekt der LJN aufmerksam zu machen.

Baustein zur Problemlösung

Die Verantworltichen freuten sich, der Ministerin das Projekt vor Ort zeigen zu können.


Mehrjährige Blühpflanzen haben noch einen anderen großen Vorteil: Sie nehmen fast vollständig (und zwar auch bei normaler Düngung) den zugefügten Stickstoff auf. Somit wird die Nitratbelastung des Grundwassers enorm verringert, erklärt Jäger und Landwirt Schröer. Darüberhinaus sind sie für die Insektenwelt eine Nahrungsquelle, die sie auf anderen Äckern vergeblich suchen. „Wir müssen keine neuen Projekte erfinden, diese gibt es bereits“, leitete Schröer die Feldbegehung ein. 

Zurück auf dem Hof der Familie Schröer  zog die Ministerin ihr Fazit: „Das hier ist ein Baustein, der zur Problemlösung beitragen kann.“ Ihr gefalle, dass die Akteure im Land von alleine aktiv werden würden. Jäger bräuchten scheinbar keine Reformen, um etwas zu bewegen. Sie verabschiedete sie sich mit den hoffnungsvollen Worten: „Ich bin froh das Projekt gesehen und verstanden zu haben - jetzt bin ich an der Reihe.“


Benedikt Schwenen ist seit 2011 bei den dlv-Jagdmedien. Der gebürtige Emsländer beschäftigt sich überwiegend mit aktuellen und jagdpolitischen Themen.
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