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Ministerin fordert Abschuss: Streit um Entnahme von Wolf

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Freitag, 14.01.2022 - 07:57
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In mehreren Landkreisen kam es zu Rissen bei Nutztieren und Wild durch den Wolf (Symbolbild).

Im Landkreis Traunstein (Bayern) hatte in der Vergangenheit ein Wolf vermehrt Nutztiere gerissen. Gegenüber der "dpa" begründete Kaniber ihre Forderung nach einer Entnahme des Tiers damit, dass es in dem Alpenraum zahlreiche Höfe, Almen und Weiden gäbe, die nicht schützbar wären. DNS-Analysen hätten gezeigt, dass der Wolf für mehrere Nutztierrisse in den Landkreisen Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land verantwortlich sei. Kaniber hoffe, dass bald eine klare Entscheidung der Umweltverwaltung und konkreter von der Oberbayerischen Regierung über den vorliegenden Entnahmeantrag gefällt werden würde. „Das gilt gerade mit Blick auf die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch den Wolf. Da kann man nicht beliebig zuwarten.“ Unterstützung erhält sie durch Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Er sieht eine Prüfung der rechtlichen Möglichkeiten entgegen. Bei Erfüllung aller Voraussetzungen müsse der Wolf entnommen werden.

Kritik von Bund Naturschutz in Bayern und WWF

Der Programmleiter Wildtiere beim WWF, Moritz Klose, hat diesbezüglich eine andere Auffassung. Er wies darauf hin, dass die EU genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen würde, damit in Bayern die Ausgaben für den Herdenschutz verdoppelt werden könnten. „Bayern ruft dieses Geld aber bislang nicht ab“, betonte er gegenüber der dpa. Dieser Ansicht folgt auch der BN. Vertreter Uwe Friedel meint, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht bestehe. Konflikte mit dem Menschen habe der Wolf stets gemieden. Auch er setze auf Herdenschutzmaßnahmen wie wolfsabweisende Zäune, einer nächtlichen Unterbringung der Nutztiere im Stall oder Herdenschutzhunde. Diese Vorkehrungen seien bei keinem der Nutztierrisse getroffen worden. Die Grünen im Bayerischen Landtag sehen vor allem den Staat in der Verantwortung, die Förderung für geeignete Schutzmaßnahmen der Nutztiere vor dem Wolf zu verbessern.


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