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Minister richtet Jagd neu aus

Künftig sollen maximal nur mehr 50 Schützen je Jagd im Nationalpark "antreten". Foto: Homepage-Ausriss NDR © Homepage-Ausriss NDR

„Nach gründlichen Prüfungen zwischen Januar und Mai 2013 mussten wir feststellen, dass 2012 für die Erreichung einer höchst möglichen Jagdstrecke Rechts- und Dienstvorschriften nicht beachtet wurden und bei der Jagdausübung die Ethik gegenüber dem Wild offenbar auf der Strecke geblieben ist,“ sagte Backhaus auf einer gestrigen Pressekonferenz in Schwerin.
Neben Vorwürfen wie Anstiftung zum Verstoß gegen die Elterntierregelung durch die Abschussfreigabe beim Schwarzwild, erhebliche Überschreitung von Abschussplänen, Nichteinhaltung von Sicherheitsvorschriften und Abschussfreigaben bis hin zur Vernachlässigung der Wildbretqualität, gab auch die Dimension der drei Großjagden Anlass zur Klage. So waren allein an drei aufeinanderfolgenden Tagen in drei unmittelbar angrenzenden Gebieten insgesamt 412 Jäger beteiligt.
Als personelle Konsequenz daraus versetzt das Ministerium den verantwortlichen Jagddezernenten des Nationalparkamts, Falk Jagszent, offiziell ab dem 1. November 2013 in die Landesforstanstalt. Gegen Jagszent, der auch Geschäftsführer des ÖJV in M-V ist, führt die zuständige untere Jagdbehörde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren durch und bei der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg liegen mehrere Strafanzeigen gegen ihn vor.
Für dieses Jahr sind 16 Ansitzdrückjagden mit durchschnittlich 45 Jägern geplant. Neben dem Einsatz von ausschließlich leistungsgeprüften Jagdhunden in ausreichender Anzahl soll nur mit verlässlichen Gastjägern gejagt werden. Ebenso werde die örtliche Jägerschaft und Hegegemeinschaft stärker eingebunden. Bleifreie Munition ist Pflicht.
„Um der jagdlichen Tradition Genüge zu tun“, heißt es in der Presseerklärung, „wird wie im Vorjahr von jeder erlegten Wildart symbolisch ein Stück auf die Strecke gelegt und verblasen“. Durch diese einheitliche Organisation könne jegliches Fehlverhalten sofort dokumentiert und notfalls geahndet werden, so Backhaus.
BS//RS/PM


Einen Filmbeitrag des Norddeutschen Rundfunks zu dem Thema finden Sie hier.