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Minister für Wolf im Jagdrecht

Sprach sich für die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht aus: Staatsminister Frank Kupfer. Foto StMUL Sachsen.


Der sächsische Landwirtschafts- und Umweltminister Frank Kupfer (CDU) ist gewillt, den Wolf unter den Schutz des Jagdrechts zu stellen. Das verkündete er auf dem Landesjägertag in Freital. Mit seiner Absichtserklärung kommt er einer lang gehegten Forderung des Landesjagdverbandes nach.
Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht sei möglich, das habe ein Rechtsgutachten im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft ergeben, erklärte Kupfer. Er betonte, dass der Wolf eine streng geschützte Art bleibt, und sich daraus kein Freifahrtschein für die Bejagung ableitet. An die Aufnahme knüpft der Minister Bedingungen, die als Verpflichtungen auf die Jäger zukommen: "So erwarte ich eine Mitwirkung am Monitoring, vor allem bei der Meldung über das Vorkommen von Wölfen, aber auch bei der Begutachtung von Wildtierrissen. Dazu gehört auch eine konstruktive Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und beteiligten Verbänden."
Voraussetzung sei ein entsprechendes Fortbildungskonzept. Mindestens fünf auf diese Weise qualifizierte Jäger pro Landkreis seien erforderlich, um das bisherige Wolfsmanagement wirkungsvoll unterstützen zu können. Darüber hinaus müsse ein Teil der Mittel der Jagdabgabe für Projekte zum Schutz der Wölfe bereitgestellt werden. Der Minister erwartet zu seiner Positionierung viel Gegenwind und er erhofft sich auch hier ein verantwortungsvolles Zusammenstehen mit der Jägerschaft.

Postwendende Kritik durch Naturschutzverbände<p>

Neuer Präsident: Knut Falkenberg wurde an die Spitze des LJV Sachsen gewählt. Foto: Reinhard Schneider


Naturschutzverbände haben postwendend Kritik an der von Kupfer in Aussicht gestellten Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht geübt – und dies teilweise sehr heftig. Der Wolf als streng geschützte Art gehöre nicht ins Jagdrecht, meinte etwa Nabu-Präsdent Olaf Tschimpke. Der bundeseinheitlich geregelte Artenschutz dürfe nicht durch das willkürliche Übertragen einzelner Arten in artenschutzfremde Rechtsbereiche geschwächt werden.
Außer Acht gelassen wird bei der Kritik offenbar, dass dem Jagdrecht auch andere geschützte Arten wie zum Beispiel das Auerwild, Wisent oder Großtrappe unterliegen und das Jagdrecht juristisch gesehen – zumindest was die Ahndung von Verstößen anbelangt – einen strengeren Schutz, bzw. weitreichendere Sanktionsmöglichkeiten bietet.
Die Delegierten des Landesjägertages wählten bei ihrer Versammlung auch einen neuen Präsidenten. An der Spitze des Landesjagdverbandes steht jetzt Knut Falkenberg, der sich bei der Wahl gegen den bisherigen Präsidenten und einen weiteren Kandidten, mit dem es zur Stichwahl kam, durchsetzte.
Der 51-jährige Wirtschafts-Diplom Ingenieur mit Lehrberechtigung für Hochschulen und Universitäten ist als selbständiger Dienstleister in der Immobilienbranche tätig. Seit 1991 im Besitz des Jagdscheins und Mitglied des LJV Sachsen sowie seit 1995 Vorstandsmitglied des JV Oberlausitz, engagiert er sich seit 1996 als aktiver Jagdschütze sowie ab 2000 als Jagdhornbläser; 2008 kam die Falknerprüfung hinzu. Bereits seit 2002 gehörte Falkenberg dem LJV-Präsidium an, dem er jetzt als Präsident vorsteht. RS/RJE