Home News Minister fordert Ergebnisse

Minister fordert Ergebnisse

am
Samstag, 29.11.2014 - 01:10
Gute Miene zum bösen Spiel? Walter Heidl (BBV), Reinhard Neft (BaySF), Prof. Jürgen Vocke (BJV). © CM
Gute Miene zum bösen Spiel? Walter Heidl (BBV), Reinhard Neft (BaySF), Prof. Jürgen Vocke (BJV).

Bei der Veranstaltung „Brennpunkt Schwarzwild“ kamen unter anderem der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), Prof. Jürgen Vocke, sowie der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl, zu Wort. Weitere Fachleute äußerten sich zu den Themen Bewegungsjagd, Kirrung und Nachtzielgeräte (NZG). Für den Staatsminister ist die Kombination aus diesen drei Elementen der Schlüssel zum Erfolg um die Schwarzwildbestände zu reduzieren. Im Grunde wollte Brunner durch diesen Termin eine bessere Zusammenarbeit von Jägern, Grundbesitzern und Behörden erreichen.
Doch BJV-Präsident Vocke machte schon einen Tag vor dem Treffen deutlich, dass die Jägerinnen und Jäger im Freistaat ihre Hausaufgaben gemacht hätten. Denn nie wurde so viel Schwarzwild in Bayern erlegt wie vergangene Saison (knapp 69.000). Es sei vor allem den veränderten Umweltbedingungen (mehr Laubholz, mehr Masten, mehr Mais) zuzuschreiben, dass die Schwarzkittel-Bestände steigen würden. Natürlich nehme die Jägerschaft die Bejagung sehr ernst und man sei sich der Herausforderung bewusst, aber Hysterie sei fehl am Platz. Verstöße gegen Mutterschutz oder den Einsatz verbotener Mittel (z.B. NZG) lehne man strikt ab.
Das gefiel Bauernpräsident Heidl gar nicht. "Ich habe die Erwartungshaltung, dass etwas passiert." Sehr wohl bedürfe es den Einsatz von Restlichtverstärkern und häufig sei es "Revieregoismus", weshalb großangelegte Drückjagden nicht funktionieren würden.
Auf den Punkt brachte es Schwarzwildexperte Hubert Weikhart: "Wichtig ist, dass man auf die Leute hört, die vor Ort an konstruktiven Lösungen arbeiten. Und nicht auf die, die am lautesten schreien." Die Jagd sei keine Schädlingsbekämpfung.
Vocke sprach sich dafür aus, auf revierübergreifenden Gesellschaftsjagden nur Schwarzwild freizugeben und Rehwild zu schonen. Dem widersprach Reinhard Neft, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, vehement. Das werde es mit der Forstpartie nicht geben. Und die Bauernriege setzte noch einen oben drauf: Rotwild verursache schließlich ebenfalls Schaden und müsse deshalb auch immer geschossen werden. Nach der von Brunner ersuchten Versöhnung und forcierten engeren Zusammenarbeit klingt das zunächst nicht. CM/BS