Minister Brunner streckt Jägern die Hand entgegen

Aus aktuellem Anlass im Programm: Eine Podiumsdiskussion zum Thema "Guter Jäger – Schlechter Jäger". Foto: DIT


Der zweite Tag des Landesjägertages 2010 in Bayern brachte ein Programmänderung mit sich. Entgegen der Ankündigung hielt nicht Umweltminister Dr. Markus Söder die Festansprache. Forstminister Helmut Brunner ergriff die Chance, selbst vor der Jägerschaft zu sprechen. Erhatteein vonseinem Kabinettskollegen offenbar kurzfristig ausgesprochenes Angebot zum "Termintausch" angenommen. Die Gründe dafür nannte Brunner in seiner Ansprache gleich vorne weg: "Damit es erst gar nicht zu Missverständnissen kommen kann oder zu Spekulationen. Ich bin der zuständige Minister und ich gehe keiner Diskussion aus dem Weg."
Brunner bezog sich dabeiauf die angespannte Situation zwischen seiner Forstverwaltung und der Jägerschaft. Die Ausführungen zu diesem Thema wollte der CSU-Politiker nachdrücklich als "ausgestreckte Hand" in Richtung der Jägerschaft verstanden wissen. Er hatte dabei auch etwas zu bieten: So die Ankündigung, dass die Unteren Jagdbehörden bei den Landratsämtern bleiben und zweitens die Zusage, das Vegetationsgutachten weiter zu entwickeln. Dabei solle, so Brunner wörtlich, der Blick mehr darauf gerichtet werden, "was durchkommt, also dem Äser entwächst", und nicht nur auf die "Verbissprozente".
Der Verband wollte wohl auch seinerseits ein Signal in Richtung Politik und Gesellschaft senden, weswegen kurzfristig ein zusätzlicher Programmpunkt aufgenommen worden war: Zum Abschluss der Veranstaltung gingen unter der Moderation von Brigitte März(Bayerischer Rundfunk) Prof. Dr. Dr. Paul Müller (Universität Trier), Dr.Hilmar Sturm (Institut für Verbandsforschung),Sebastian Jutzi (Focus),Heiko Hornung (Wild und Hund)und Josef-Markus Bloch (jagderleben.de) bei einer Podiumsdiskussion der Frage nach, "Guter Jäger – schlechter Jäger: Was erwartet die Gesellschaft von den Jägern?"
Auch Delegierte und Ehrengäste beteiligten sich rege an der Diskussion.Ein klares Ergebnis gab es dabei nicht, jedoch ist eines zumindest deutlich geworden: Das Vertrauen zwischen Jägerschaft einerseit und Politik/Verwaltung andererseits hat in Bayern deutlich gelitten. Beide Seiten scheinen jedoch zum "Blick nach vorne", will heißen zu einem Neuanfang, entschlossen. JMB