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Minister: Anleger gefährden Agrarstruktur

Foto: Jens Krüger © Jens Krüger

"Landwirtschaftliche Großbetriebe im Osten Deutschlands haben nichts mit industrieller Landwirtschaft oder gar mit der Anhäufung von großem Besitz in der Hand von "Heuschrecken" zu tun", sagte Dr. Till Backhaus, seines Zeichens Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommerns, in Schwerin anlässlich des Bezirkstages der Agrargenossenschaften des Genossenschaftsverbandes. Diese Äußerung des Ministers übermittelt sein Ministerium in einer aktuellen Pressemitteilung, in der auch auf Entwicklungen des Bodenmarktes eingegangen wird.
Darin heißt es weiter: "Die Mitgliedsbetriebe des Genossenschaftsverbandes bewirtschaften im Schnitt etwa 1.700 Hektar. Hinter jeder eingetragenen Genossenschaft stehen aber durchschnittlich 37 Mitglieder und deren Familien. Rein rechnerisch entfallen also rund 46 Hektar auf jede Familie. Das liegt zwei Hektar unter dem Bundesdurchschnitt und ist deutlich weniger als bei den meisten klassischen bäuerlichen Familienbetrieben in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen."
Forderung nach Öffnung des Bodenmarktes für Kapitalanleger und Investoren teilte der Agrarpolitiker eine klare Absage: "Dies stellt die Regelungen des Grundstücksverkehrsgesetzes in Frage", so Dr. Backhaus. Ziel des Gesetzes sei es, die gewachsenen Agrarstrukturen und die Landwirtschaftsbetriebe in ihrer Struktur zu schützen. "Wenn der Weg des Fremdkapitals verstärkt gegangen wird, ist überdies zu erwarten, dass die Preise noch schneller und stärker steigen", ist sich Backhaus sicher.
Die Möglichkeiten der Politik zur Eindämmung dieser gefährlichen Entwicklung abseits des Grundstücksverkehrsgesetzes seien begrenzt. PM