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Mehr Rechte für Jäger

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Freitag, 31.10.2014 - 13:40
Ausweispflicht: Das ist das Abzeichen steirischer Aufsichtsjäger. Foto: H. Weiermeier © H. Weiermeier

Anlass für die Änderung des Gesetzes war die Landesverwaltungsreform in der Steiermark. Durch die daraus resultierende Gebietsreform, in der kleine Gemeinden zu größeren zusammengelegt wurden, mussten auch die Jagdgebiete neu bewertet werden. In diesem Zuge wurde auch die Novelle des Aufsichtsorgangesetzes aufgegriffen.
Den etwa 4.000 Aufsichtsjägern soll es demnach zukünftig erlaubt sein, auf Verdacht Durchsuchungen und Festnahmen durchzuführen. Auch dürfen flüchtige Verdächtige über das zuständige Gebiet hinaus verfolgt werden. Eingreifen können die Waidmänner jedoch nur bei Überschreitungen des Jagdgesetzes und zur Kontrolle naturschutzrechtlicher Vorschriften. „Dass Handgreiflichkeiten zu vermeiden sind, ist für die Aufsichts-Organe allein schon aus Eigenschutz selbstverständlich“, erklärte Karl Lackner, stellv. Landesjägermeister der Steierischen Landesjägerschaft der Redaktion.
Eine Mitarbeiterin des österreichischen Alpenvereins sieht die geforderten Änderungen grundsätzlich sehr kritisch: „Das Durchsuchungsrecht durch die Jäger ist eine völlig überzogene Forderung, die zu extremen Konflikten führt.“
In drei Wochen wird das Plenum im Landtag entscheiden. Lackner, selbst Landtagsabgeordneter, ist aber sehr zuversichtlich. „Die befürwortenden Parteien ÖVP und SPÖ erzielten im Unterausschuss eine 2/3 Mehrheit.“ Auch die „freiheitlichen Parteien“ gäben das Signal mitzugehen, prognostizierte er abschließend.
MH


Übrigens: Die steirischen Aufsichtsjäger sind seit zirka einem Jahr in einem eigenen Verband organisiert. Der "Steirische Aufsichtsjägerverband" (StAJV) vertritt seine Mitglieder in allen Belangen und gewährleistet ihnen eine ständige Fort- und Weiterbildung.