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Mehr als 300 Blitzopfer

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Montag, 29.08.2016 - 16:00
Auch 70 Kälber wurden geötet. Foto: H. Kjøntvedt, Miljødirektoratet © H. Kjøntvedt, Miljødirektoratet
Auch 70 Kälber wurden geötet. Foto: H. Kjøntvedt, Miljødirektoratet

300 weniger: Insgesamt wird der Wildren-Bestand in dem Gebiet auf 10.000 Tiere geschätzt. Foto: H. Kjøntvedt, Miljødirektoratet

Zugetragen hat sich der Vorfall auf dem rund 8.000 Quadratkilometer großen Plateau "Hardangervidda" im Süden Norwegens. Insgesamt zählten Behördenvertreter in der Provinz "Fylke" 323 Rentierkadaver in einem Umkreis von 80 Metern. Experten gehen davon aus, dass sich die Herde kurz vor dem verheerenden Blitzeinschlag aufgrund des Unwetters eng zusammenrudelte. Ob die Überreste abtransportiert oder für Aasfresser liegen gelassen werden, ist noch nicht abschließend entschieden.
Forscher haben einigen Tieren die Gehirne entnommen, um Nachforschungen bezüglich der kürzlich erstmals in Europa nachgewiesenen Chronic Wasting Disease (kurz CWD) zu erlangen. Dabei handelt es sich um die sogenannte "chronische Auszehrungskrankheit", welche bei Hirschartigen das zentrale Nervensystem schädigt und für diese immer tödlich verläuft. Wissenschaftler vergleichen sie mit der BSE bei Rindern, mit Scrapie bei Schafen oder mit Creutzfeldt-Jakob bei Menschen. In Übersee versucht man durch die Entnahme ganzer Herden die Ausbreitung der CWD in den Griff zu bekommen. Wie die Krankheit nach Europa gelangte, ist unklar. Eine Theorie besagt, dass eingeführte Urinlockstoffe aus den USA dafür verantwortlich seien könnten. Insgesamt gibt stehen Forscher bei diesem Thema noch vor vielen offenen Fragen.
KN/BS