+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 103 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 28.10.2020) +++
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Mecklenburg-Vorpommern will keine Jäger mehr ins Land lassen

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Donnerstag, 26.03.2020 - 17:30
Polizei-Fahrzeugkontrolle © Gerhard Seybert - stock.adobe.com
Die Polizei überwacht die Einhaltung der Bestimmungen und weist nicht zur Einreise bzw. Aufenthalt berechtigte Personen zurück (Symbolbild).

Auch Mecklenburg-Vorpommern hat zur Eindämmung des Coronavirus weitreichende Maßnahmen und Kontaktverbote erlassen. Die Jagd ist in dem Bundesland weiterhin alleine oder mit Personen aus dem eigenen Haushalts erlaubt. Menschen, die ihren ersten Wohnsitz nicht in Mecklenburg-Vorpommern haben, dürfen zur Jagdausübung allerdings nun nicht mehr einreisen.

Wie eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums gegenüber der Redaktion bekannt gab, seien Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern aus privatem Anlass bis auf wenige Ausnahmen untersagt. Das gelte auch für Jäger. Die Regelung findet auch dann Anwendung, wenn der Jäger eine eigene Unterkunft oder einen zweiten Wohnsitz in dem Bundesland besitzt. „Der Schutz der Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns vor einer weiteren Ausbreitung des Virus geht in diesem Fall der Ausübung der Jagd vor.“ 

Keine Auswirkungen auf ASP-Prävention

Das Ministerium erwarte, durch den bis zum derzeit 19. April begrenzten Zeitraum, „keine Auswirkungen auf die Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest“, so die Sprecherin weiter. Die Maßnahme gehe dabei jedoch nicht auf eine Forderung des Landwirtschaftsministers zurück. Man setze lediglich die von der Landesregierung erlassene SARS-CoV-2-Bekämpfungsverordnung durch. Die Polizei würde die Einhaltung der Bestimmung überwachen. Auf Nachfrage der Redaktion, wer für Wildschäden aufkomme, die in Revieren entstehen, in den zu dieser Zeit keine Schadensverhütung erfolgen kann, gab man bisher keine Antwort.

DJV: Jagd ist kein Tourismus

Der Deutsche Jagdverband kritisierte das Einreiseverbot für Jäger in einem Brief an Landwirtschaftsminister Till Backhaus. „Ein Jagdaufenthalt hat rein gar nichts mit Tourismus zu tun. Er ist ein triftiger Grund, schließlich unterstützen wir Jäger die systemrelevante Daseinsvorsorge der Landwirtschaft“, sagte DJV-Präsident Dr. Böhning. Als erster Landkreis habe Vorpommern-Greifswald bereits „Jagdreisen als unzulässig“ eingestuft, so der DJV.