Home News Maßnahmenkatalog zur Lebensraumverbesserung

Maßnahmenkatalog zur Lebensraumverbesserung

Maßnahmen die schnell einen "spürbaren" Erfolg bringen. Foto: Heinz Hess © Heinz Hess

  • Auswahl von Flächen zur Anlage von Wildwiesen in vernetzter Form (Förster evtl. Landespflege hinzuziehen).
  • Dabei Windwürfe bzw. forstlich weniger interessante Flächen suchen. Auch Althölzer vor der Endnutzung sind bei ausreichendem Lichtfaktor interessant.
  • Einsatz von schwerem Gerät zur Erstellung entsprechender Flächen, auf denen eine Einsaat möglich ist. In der Regel ist ein kostengünstiger Forstmulcher vorzuziehen, weil zur Erstellung einer Wildwiese keine Bodentiefenwirkung nötig ist.
  • Bei der Kalkung der Flächen (alle 3 Jahre mit ca. 3 Tonnen pro ha wiederholen) empfiehlt es sich Pauschalangebote einzuholen, in denen der Kalk, das Anfahren und Ausbringen angeboten wird.
  • Im Zweifelsfalle vor der Düngung Bodenproben ziehen. Wem das zu aufwendig ist, düngt als Starthilfe nach Neueinsaat 150 kg Kalkammonsalpeter und 200 kg eines Volldüngers pro ha. Im Folgejahr reicht dann eine Gabe mit Magnesium-Kainit bei ca. 800 kg/ha aus. Dieser Dünger fördert die „Schmackhaftigkeit“ enorm und ist mit ca. 150,-/to recht kostengünstig.
  • Bei Bedarf, also Überständigkeit die Wiesen mähen oder mulchen. Am Besten in der ersten Julihälfte, damit mit Beginn der Jagd auf den Feisthirsch optimale Äsungsbedingungen herrschen.
  • Bei der Auswahl von Pflanzmaterial für Streuobst, Weidenremisen etc. den zuständigen Förster kontaktieren. Es lassen sich in der Regel Kosten splittende „Deals“ absprechen wie z.B. Material = Forstbetrieb / Pflanzung & Schlagschutz = Jagdbetrieb.
  • Bei der Anlage von Wildäckern im Wald gesetzliche Vorgaben beachten. Monokulturen (Mais, Rüben etc.) sind zu vermeiden. Dauergrün verlängert die Äsungszeit und kann mit einer Getreideart als Deckfrucht (Waldstaudenroggen) ergänzt werden.
  • Bei der Anlage der Wildwiesen bzw. Wildäcker darauf achten, lange Flächenstrukturen vorzuziehen. Insbesondere dann, wenn mehrere Schalenwildarten vorkommen, die untereinander Respektabstände einhalten, die sich übrigens bei tagaktivem Wild erheblich reduzieren.
  • Wenn vorhanden, hängigen Niederwald im Sinne einer Vernetzung (Taschen) auf den Stock setzen und für Naturschutz und Wild nutzen. Das auf den Stock setzen im Januar/Februar durchführen, auch um Knospenäsung in der Notzeit zu nutzen. Im Sinne der Sache sollten diese Flächen Wildruhezonen sein. Bei Bewegungsjagden werden sie mitbejagt. Eine Vegetationsaufnahme sollte jedes Jahr stattfinden.
  • Die Wildwiesen werden dosiert im Zuge der Schwerpunktintervalle bejagt. Je mehr Wildwiesen vernetzt vorhanden sind, um so eher zersiedelt sich der Jagddruck.
  • Hochsitze an den Wiesen so gestalten, das die Flächen bei jedem Wind bejagbar sind bzw. verlassen und aufgesucht werden können ohne das anwesendes Wild flüchtig wird. Sichtbarrieren sind hier hilfreich.
  • Ein vernetztes Pirschsteignetz ist wichtig zur Reduzierung von Störung und Jagddruck.
  • Transparente Umgangsform mit Verpächter, forstlicher Betreuung und der Bevölkerung pflegen. Die Leute einladen und im Revier zeigen, was dort passiert. Dies weckt beim Waldbesitzer und der Bevölkerung Verständnis und Respekt für die gute Sache.
Hans-Joachim Duderstaedt