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Mann schwer erkrankt: Neues Tula-Hantavirus festgestellt

Helena von Hardenberg. © Helena von Hardenberg
Helena von Hardenberg
am
Dienstag, 06.04.2021 - 11:37
Maus-Blume © ©MerkAngela.WH - stock.adobe.com
Mäuse übertragen auch durch getrockneten Speichel das Hantavirus auf den Menschen.

Ein junger Hamburger wurde Ende März mit Symptomen eines akuten Nierenversagens ins Krankenhaus eingeliefert. Die serologischen Untersuchungen bestätigten laut des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) eine Hantaviruserkrankung. Die anschließende Analyse stellte die erste Tulavirusinfektion eines Menschen in Deutschland fest. Der 21-Jährige wurde nach acht Tagen Aufenthalt in einem guten Allgemeinzustand aus dem Hospital entlassen, teilte eine Sprecherin der FLI mit. Wie sich der im Bereich Heizung und Sanitär tätige Mann mit dem Tulavirus infizierte, bleibt unklar.

Direkter Kontakt zu Tieren für Infektion nicht notwendig

In der Bundesrepublik kämen damit nun mindestens vier unterschiedliche humanpathogene Hantaviren bei Nagetieren vor. So zählt das FLI Mäuse und Ratten, aber auch Maulwürfe sowie Fledermäuse zu den natürlichen Wirten der Hantaviren. Die infizierten Nager scheiden die Viren über Speichel, Urin und Kot aus. Dort können sie, auch eingetrocknet, bis zu zwei Wochen infektiös bleiben. Menschen nehmen die Viren überwiegend über die Luft durch Stäube auf, ein direkter Kontakt zu den Tieren ist nicht notwendig.

Dem FLI zufolge liegt den meisten Hantaviruserkrankungen in Deutschland das Puumalavirus zugrunde, welches durch die Rötelmaus übertragen wird. Im Osten Deutschlands sorgt vermehrt das Dobra-Belgrad-Virus für eine Infektion, welches durch die dort verbreitete Brandmaus übertragen wird. Immer wieder erkranken Menschen an der meldepflichtigen Krankheit, die laut Robert-Koch-Institut Symptome wie plötzlich auftretendes hohes Fieber sowie massiver Kopf-, Bauch- und Flankenschmerz, gastrointestinale Beschwerden und Sehstörungen hervorrufen kann.


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