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Luxuszaun gegen Wildschäden

Auch bei den Wildkaninchen gibt es deutliche Unterschiede zwischen Stadt- und Landbewohnern. © Stefan Meyers

Mit der Luiseninsel wollten die Bürger Berlins einst der Königin Luise ein Denkmal setzen. Die künstlich aufgeschüttete Insel liegt in einem Wasserzug des Großen Tiergarten Berlins. Die bunten Blumenrondelle mit Fuchsien, Fleißigen Lieschen und Begonien locken nicht nur Einheimische und Touristen an, auch Kaninchen fühlen sich hier wohl. Zu wohl. Um eine Zerstörung durch die Nager zu verhindern, hat die Stadt nun einen 110 Meter langen und 80 Zentimeter hohen Zaun mit Schuppengeflecht à la Gartenkünstler Lenné errichten lassen. Wie die „B.Z. Berlin“ berichtet, soll der Zaun rund 70.000 Euro gekostet haben. Immerhin hätten man bei der Auswahl des Schutzgitters auch ästhetische Aspekte berücksichtigen müssen. Damit die Kaninchen sich nicht unter den Zaun durch buddeln, wurde unter dem Metallzaun Pflaster verlegt. So soll zumindest verhindert werden, dass die Abgrenzung innerhalb einer Nacht überwunden wird. Im Großen Tiergarten, ehemals Jagdrevier der Kurfürsten von Brandeburg, wird frettiert und auch einzelne Falkner stellen dem Wild dort nach. Doch gegen die Kaninchenplage kommen die ehrenamtlichen Waidmänner und -frauen alleine nicht an. Fraglich bleibt, ob anstatt des teuren Zauns nicht auch die Erteilung von Schießerlaubnissen oder die Einstellung eines hauptberuflichen Falkners Erfolg gebracht hätte. So hätten die Besucher zumindest weiterhin die Blütenpracht ganz ohne störenden Zaun genießen können. KN


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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