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Luchsin getötet

Dies ist einer der Luchse, die zwischen 2000 und 2006 im Harz ausgewildert wurden. Foto: Nationalpark Harz


Es handle sich um ein trächtiges Weibchen, das am vergangenen Freitag im Harzkreis (Sachsen-Anhalt) entdeckt wurde, sagte der Luchs-Projektes-Leiter Ole Anders, im Gespräch mit der Redaktion. Föten seien noch nicht entwickelt gewesen, dafür habe man Follikel (Eibläschen im Eierstock) nachweisen können. Nach dem ersten Augenschein sei die Luchsin von einem Geschoss getroffen worden, das den Tierkörper durchschlug. Zur genauen Untersuchung wurde der Kadaver deshalb noch am Abend des Fundtages ins Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin gebracht. Ein Anwohner habe das Tier mehrere Hundert Meter entfernt von der Ortschaft Opperode in der Nähe eines Waldes gefunden, so der Experte. Seit der Auswilderung der Pinselohren im Jahr 2000 habe es keinen vergleichbaren Fall gegeben. Auch in den umliegenden Regionen, die die Raubkatzen inzwischen besiedeln, seien keine Fälle von Luchs-Wilderei bekannt geworden. Inzwischen hat die Nationalparkverwaltung Anzeige erstattet. Die Ermittlungen laufen.
Im Rahmen des Projektes wurden im Harz nach und nach 24 Luchse freigelassen. Anders geht davon aus, dass in den vergangenen 15 Jahren gut 200 Luchse in freier Wildbahn zur Welt gekommen sind. Neben Niedersachsen besiedeln die Harzer Luchse nachgewiesenermaßen auch Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen.
dpa/MH


Aktualisierung vom 27. April:

Laut dem WWF habe Deutschland Nachholbedarf bei der Wilderei-Bekämpfung. Deshalb haben die Tierschützer jetzt eine Belohnung von 25.000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung des Schützen führen. Die erste bekanntgewordene Tötung eines Harz-Luchses erfülle den WWF mit Wut und Sorge, verkündete WWF-Wildtierreferent Moritz Klose in einer Pressemitteilung.
PM