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Luchse mit "Katzen-Aids" infiziert

Der Luchs, bei dem 2016 erstmalig das FI-Virus in Europa bei einer Wildkatzenart festegstellt wurde. Foto: Marie-Pierre Ryser


Bei den Tieren, ein Kuder und eine Katze, wurden im Rahmen des Quarantäneaufenthalts Abwehrstoffe gegen ein Virus festgestellt. Genauer gesagt, gegen das Feline Immunschwächevirus (FIV), auch Katzen-Aids genannt. Bis auf einen männlichen Luchs, der vergangenes Jahr eingefangen wurde, handelt es sich dabei um die ersten Fälle bei Wildtieren in Europa. Alle drei Pinselohren stammten ursprünglich aus dem Kompartiment Jura Nord. Nach Aussage von Dr. Marie-Pierre Ryser von der Universität Bern – sie hatte die Untersuchung geleitet – sei die Infektion "in Europa bisher nur bei Hauskatzen aufgetreten und für diese endet sie zum Teil tödlich". Um zu verhindern, dass die zwei Räuber in freier Wildbahn weitere Artgenossen anstecken, wurden sie nicht, wie eigentlich geplant, für Auswilderungsprojekte umgesiedelt. Allerdings konnte man sie auch nicht wieder in ihr ehemaliges Streifgebiet zurückführen. Daher musste man sie jetzt euthanasieren, sagte Ryser gegenüber jagderleben. Abklärungen zum Ursprung und zu den Auswirkungen der FIV-Infektion werden nun in den kommenden Wochen und Monaten unternommen. Aktuell, so bestätigte Ryser, könne man nur eine Ansteckung durch den Kontakt mit verwilderten Hauskatzen in Betracht ziehen.
Die anderen drei Luchse wurden mittlerweile im Nationalpark Kalkalpen (Österreich), sowie im Pfälzerwald ausgewildert (wir berichteten hier).
PM/RW

 


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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