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Luchs-Schützin darf jagen

am
Dienstag, 07.06.2016 - 16:37
Dieser Luchs wurde 2011 in den Kalkalpen ausgewildert. Er ist der Vater des getöteten Tiers und gilt als "verschwunden". Foto: NP Kalkalpen © NP Kalkalpen
Dieser Luchs wurde 2011 in den Kalkalpen ausgewildert. Er ist der Vater des getöteten Tiers und gilt als "verschwunden". Foto: NP Kalkalpen

Wie letzteres mitteilte, hatte die Wilderin nach dem Einzug ihrer Jagdberechtigung Beschwerde eingelegt und eine "ersatzlose Behebung des Bescheides, beziehungsweise eine Herabsetzung" beantragt. Nun die Entscheidung: Im Grunde sei der Beschluss des Bürgermeisters der Landeshauptstadt richtig gewesen. Doch wegen „einer konkreten gesetzlichen Anordnung des Oberösterreichischen Jagdgesetzes hat das Landesverwaltungsgericht die Entziehungsdauer einzuschränken“. In diesem Fall auf 30 Monate.
Auch strafrechtlich hatte sich die Angeklagte erfolgreich gegen ein erstinstanzliches Urteil gewehrt (wir berichteten hier). Zunächst verhängte das Landesgericht Steyr eine dreimonatige Bewährungsstrafe sowie eine Geldbuße von 2.880 Euro. Im Berufungsverfahren hob das Oberlandesgericht die bedingte Haftstrafe auf und reduzierte die Geldsumme auf 1.920 Euro.
Damit ist das juristische Nachspiel aber noch nicht vorbei. Denn auch der Nationalpark Kalkalpen, aus dessen Luchsprojekt das getötete Tier stammt, will noch Ansprüche geltend machen. Er fordert über 12.000 Euro Schadenersatz für den Verlust ihres Pinselohrs. Eine Entscheidung wird Ende Juni erwartet, teilte Nationalpark-Sprecher Mag. Franz Sieghartsleitner auf jagderleben-Nachfrage mit. Außergerichtlich habe man sich nicht einigen können.
Überdies müssen sich der Mann der Luchs-Schützin sowie ein Präparator, bei dem der Kadaver gefunden wurde, vor Gericht verantworten. Ebenfalls Ende Juni erwartet sie ein strafrechtlicher Prozess, unter anderem wegen Falschaussagen in dem Vorfall. Sie waren zuvor als Zeugen gehört worden.
BS