Home News Luchs lauert von Kanzel

Luchs lauert von Kanzel

am
Freitag, 18.07.2014 - 02:00
Die Katze auf ihrem Wachturm. Foto: NLF © NLF

Die Raubkatze hatte zuvor ein Rotwildkalb erbeutet, das unweit der Kanzel auf einer Wildwiese lag. “Ein Forstwirt hatte bei Arbeiten das Tier entdeckt. Er zog sich daraufhin wieder zurück, besorgte eine Fotokamera und machte die Fotos“, berichtete Michael Rudolph, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten, gegenüber jagderleben. Pinselohr habe sich während des gesamten "Shootings" völlig ruhig verhalten. "Erst nach einer ganzen Weile baumte die Katze ab und trollte davon", so Rudolph.
Immer häufiger gebe es Meldungen von Luchsbeobachtungen und gerissenen Wildtieren. Auch Spaziergänger hätten wiederholt Luchse im Solling gesichtet. „Die wasserscheue Katze hat bei Regen den geschützten Hochsitz genutzt, um trocken und sicher seine Beute im Blick zu halten“, erklärte Forstamtsleiter Thomas Reulecke das ungewöhnliche Versteck.
Seinen Wachposten in der Revierförsterei Knobben muss das Pinselohr allerdings wieder räumen. Nach jagdlicher Ruhephase im Juli beginnt im August die intensive Jagd auf Rotwild, dann beziehen wieder zweibeinige Jäger den Hochsitz. „Der Luchs kennt unsere Jagd- oder Schonzeiten nicht, für ihn ist jede Beute Freiwild“, sagte Reulecke über den neuen Mitjäger im Solling. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich Luchse erfolgreich in den naturnah bewirtschafteten Wäldern des Mittelgebirges angesiedelt. Mittlerweile gehöre die Raubkatze zum festen Wildtierbestand in Deutschlands Waldgebiet des Jahres 2013. Die Rückkehr der Luchse sei ein Beispiel für erfolgreiche Waldentwicklung in den Niedersächsischen Landesforsten, so Reulecke weiter.
PM/BS