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Luchs infiziert

Das ist der betroffene Luchs. Foto: M.-P. Ryser-Degiorgis


Aus bislang ungeklärten Gründen werden seit Jahren mehrere Pinselohren nicht mehr im Park gesichtet. Nur in einem Fall konnte ein illegaler Abschuss nachgewiesen werden (wir berichteten hier). Damit der Bestand nicht weiter sinkt, holten die Verantwortlichen kurz vor Ostern einen Kuder aus dem Schweizer Jura. Doch in der Quarantäne stellten Veterinäre fest, dass das Tier an dem Felinen Immundefizienz-Virus (FIV) infiziert ist. Die Krankheit sei bisher beim Eurasischen Luchs nicht vorgekommen, weshalb auch die Schweizer erstaunt waren, sagte Parksprecher Franz Sieghartsleitner im Gespräch mit der Redaktion. Bei Pumas, Löwen und Hauskatzen sei diese Infektion jedoch bekannt. Letztere könnten auch für die Übertragung - beispielsweise durch Speichel - verantwortlich sein, so der Sprecher.
Da es sich um einen Erstnachweis handle sei unklar, wie Luchse mit der Infektion zu Recht kämen, teilte Dr. Marie-Pierre Ryser, Veterinärin an der Universität Bern, mit. Bislang wisse man nur von den anderen Tierarten, dass die Virus-Erkrankung nicht tödlich verlaufen muss. Laut Sieghartsleitner werde die Wildkatze, sobald die Genehmigung vorliege, eingeschläfert.
MH