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Luchs erlöst

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Donnerstag, 13.08.2015 - 02:00
Gleich zwei Pinselohren wurden diese Woche getötet (Symbolbild). Foto: Ole Anders © Ole Anders
Gleich zwei Pinselohren wurden diese Woche getötet (Symbolbild). Foto: Ole Anders

Ein Berufsjäger hatte die kranke Katze einen Tag zuvor bei Melsungen (Schwalm-Eder-Kreis) beobachtet. Nachdem sich ein Mitarbeiter der Oberen Naturschutzbehörde vor Ort ein Bild von der Lage machte und sah, wie der Luchs immer wieder zusammenbrach, stimmte er der Tötung zu. Das erwachsene Weibchen war so stark abgemagert, dass es nur noch acht Kilogramm wog – normalerweise sollte das Gewicht rund 20 Kilogramm betragen. Laut einer Pressemitteilung sei eine Narkose sowie ein Transport zur tierärztlichen Behandlung nicht mehr möglich gewesen. In einem veterinärmedizinischen Institut soll nun geklärt werden, ob eine Krankheit oder eine andere Ursache für den Zustand verantwortlich war.
Der Bestand an Luchsen in Nordhessen sei insgesamt zwar noch sehr klein, gelte aber als stabil mit wachsender Tendenz, so das Regierungspräsidium. Jungtiere wurden in den vergangenen Jahren regelmäßig nachgewiesen. Die hessische Tierschutzbeauftragte teilt die Auffassung, dass in diesem Fall die Erteilung der naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung zur Tötung der Luchsin legitim und der Fangschuss unumgänglich war.
Ein weiterer Artvertreter ließ Anfang der Woche in Niederbayern sein Leben. Wie die Polizei berichtet, wurde ein Luchs beim Überqueren der Bundestraße 533 im Bayerischen Wald von einem Auto erfasst und getötet.

PM/BS