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Lokführer und Polizist wildern beim Nachbarn

Der Richter sah es als erwiesen an, dass der Lokführer und der Polizist gewildert haben (Symbolbild).


Ein Lokführer und ein Polizist sind vor dem Landesgericht Klagenfurt (Kärnten, Österreich) wegen Wilderei zu Geldstrafen verurteilt worden. Für den Richter stand am Ende der Verhandlung mit fünf Zeugen die „zweifelsfreie Täterschaft“ (ORF Kärnten) der beiden Angeklagten fest. Der Polizist und der als Haupttäter und Schütze angeklagte Lokführer wurden beschuldigt, ein Stück Rotwild wissentlich im Nachbarrevier geschossen zu haben.

Aufsichtsjäger stellte mutmaßliche Wilderer

Nachdem bereits mehrfach unerklärliche Schüsse im Revier gefallen seien, registrierte ein Jäger von seinem Wohnhaus aus den Lichtkegel eines Autos, das durch das Revier fuhr. Er verständigte den Aufsichtsjäger, mit dem er die Zufahrtswege abstellte. Tatsächlich kamen die beiden Angeklagten mit einem nicht aufgebrochenen Alttier dort vorbei. Eine Schleifspur am vermeintlichen Tatort erklärten sie damit, dass sie das Stück an einem Bach im benachbarten Revier abwaschen wollten, nachdem es der Labrador des Polizisten angeschnitten habe.

Ein Sachverständiger der Spurensicherung konnte zwar Schleifspuren feststellen, aber den Ort der Erlegung nicht zweifelsfrei bestimmen. Ein weiterer Zeuge ordnete den Schussknall allerdings eindeutig dem betreffenden Revier zu.

Angeklagte zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt

Der Richter verurteilte die beiden Angeklagten daher zu 160 bzw. 180 Tagessätzen. Der Lokführer muss demnach 7380 €, der Polizist 7840 € bezahlen. Hinzu kommt eine Entschädigung in Höhe von 900 € an den Jagdpächter. Zusätzlich dürfte den Polizisten ein Disziplinarverfahren erwarten. Die Verteidigung kündigte an, das Urteil anzufechten. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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