Home News Löwen- und Elefantenzähne entdeckt

Löwen- und Elefantenzähne entdeckt

Das Elfenbein wurde in Alufolie und Zeitungspapier eingewickelt. Foto: Eidgenössische Zollverwaltung © Eidgenössische Zollverwaltung

„Die Elefantenstoßzähne waren zersägt, so dass sie in Koffern transportiert werden konnten“, teilte die Eidgenössische Zollverwaltung kürzlich mit. Zusätzlich haben die Mitarbeiter noch ein Kilogramm Fangzähne und Krallen von Löwen gefunden. Nach Angaben des Zolls dürfte der Schwarzmarktwert bei rund 400.000 Franken (umgerechnet etwa 370.000 Euro) liegen. Für die Schmuggelware mussten schätzungsweise 50 Elefanten ihr Leben lassen.
Entdeckt wurde die illegale Fracht beim Durchleuchten des Gepäcks.
Kurz vor dem Check-in nach Peking verhafteten die Polizisten dann drei chinesische Staatsangehörige. In acht Koffern war das Elfenbein verstaut. Heinz Widmer von der Zollstelle Zürich Flughafen erklärte im Gespräch mit der Redaktion, dass man die Kuriere gegen eine Kaution von je 100.000 Franken wieder freigelassen habe. Das Strafverfahren sei noch anhänglich und werde federführend vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen betreut.
Gestartet waren die Kuriere in Dar es Salaam (Tansania). Ihr Ziel war der Flughafen in Peking.
PM/MH

Kommentar von Matthias Häckl, Volontär jagderleben:

Die Tötung des Löwen „Cecil“ machte einen Jäger zum Gejagten. Schuldig soll ein amerikanischer Zahnarzt sein. In einer Stellungnahme teilte er mit, dass seines Wissens alles rechtens verlief. Solange eindeutige Beweise fehlen, gilt deshalb die Unschuldsvermutung. In der entstandenen Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Großwildjagd wird dabei oft vergessen, dass Trophäenjäger zum Schutz gefährdeter Wildtiere beitragen.
Wie der Züricher Fall jetzt wieder belegt, werden Jahr für Jahr etliche Tiere illegal getötet. Wilderei ist an der Tagesordnung. Profitgier oder Armut sind die treibenden Kräfte. Wichtig ist gerade deshalb, dass die Landbevölkerung einen direkten Nutzen von den Tieren hat. Diesen erhalten die Menschen zum Beispiel dann, wenn über Abschussgelder Projekte finanziert werden, die existenzbedrohende Wildschäden ausgleichen. Es ist erwiesen, dass die nachhaltige Trophäenjagd positive Auswirkungen auf den Artenschutz hat und einen Rückgang von Wilderei verursacht. Selbst der Löwenforscher Berent Stapelkamp, der Cecil neun Jahren begleitete, spricht sich gegen ein grundsätzliches Trophäen-Jagdverbot aus. Auch er weiß, dass Abschussgelder ein wesentlicher Faktor für den Unterhalt von Schutzgebieten sind.