Home News LJV und Wildtierstiftung kämpfen für Rotwild in Baden-Württemberg

LJV und Wildtierstiftung kämpfen für Rotwild in Baden-Württemberg

Rothirsch-Brunft-Kahlwild © Erich Marek
Der Landesjagdverband Baden-Württemberg will dem Rotwild einen größeren Platz in der Politik schaffen.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg blickt besorgt auf das Jahr 2020: Die baden-württembergische Rotwildrichtlinie, welche den Umgang mit der größten heimischen Schalenwildart des Landes regelt, läuft aus. Die Rotwildverordnung ist 61 Jahre alt und gilt bei vielen Jägern längst als veraltet. Deshalb fordert der LJV die Landespolitik dazu auf, den Umgang mit dem Rotwild im „Ländle“ zu überdenken. Mit der Kampagne „Platz Hirsch“ soll das Thema in der Politik platziert werden.

Das Rotwild darf in Baden-Württemberg nur in fünf ausgewählten Gebieten leben. Davon ist ein Gebiet gegattert. Der Rotwildlebensraum umfasst nur etwa 4% der Landesfläche. Laut Deutscher Wildtierstiftung, gibt kein anderes Bundesland dem Rotwild so wenig Raum zum Überleben wie Baden-Württemberg.

Im Gespräch mit der Redaktion erzählt der Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann: "Wir müssen endlich der Biologie unseres Wappentiers gerecht werden und das ist auch im waldreichen Baden-Württemberg möglich."

Geröhrte Petition, um das Rotwild zu retten

Unterstützt wird der Jagdverband in seinem Vorhaben von der Deutschen Wildtierstiftung. Diese haben am 16. September eine Online-Petition veröffentlicht. Mit dieser soll die Politik aufgefordert werden, die Rotwildgebiete in Baden-Württemberg ausgeweitet zu werden. Die Petition steht unter dem Motto: „Gebt dem Rothirsch eure Stimme!“ Das ist wörtlich gemeint, denn jede Stimme wird in eine Sekunde Hirschröhren umgewandelt. Ende November soll der Landesregierung die Petition überreicht werden. 

Minister Hauk zur Rotwildrichtlinie

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister gab gegenüber der Redaktion folgendes Statement ab:

„Grundsätzlich steht die Landesregierung von Baden-Württemberg einer Lebensraumerweiterung für Rotwild offen gegenüber. So ist es unumstritten, dass die Rotwildbewirtschaftung langfristig eine bessere Vernetzung der Teilpopulationen im Land sicherstellen muss. Dazu gehört es daher auch, die Gebietskulisse  geeigneter Lebensräume auf den Prüfstand zu stellen und geeignete Wanderkorridore für diese Tierart sicherzustellen. Dies entspricht auch den Empfehlungen unseres Wildtierberichts 2018. Dabei muss jedoch das hohe Risiko dieser Wildart für die Landwirtschaft, den Verkehr und vor allem die Forstwirtschaft angemessen berücksichtigt werden. In der derzeitigen Diskussion um Arten- und Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft kann das Rotwild auch einen Risikofaktor darstellen. Notwendig ist ein revierübergreifendes Management und eine durchsetzungsfähige Hegegemeinschaft für das betreffende Gebiet“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Montag (23. September).

Baden-Württembergs Minister Hauk (CDU) zum Rotwild

Der für Jagd zuständige Minister Peter Hauk (CDU) sprach bereits vor kurzem mit der PIRSCH auch über das Rotwild in Baden-Württemberg.


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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