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LJV-Präsident übergibt

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Dienstag, 10.05.2016 - 02:10

Der ehemalige Präsident des LJV Brandenburg: Dr. Wolfgang Bethe. Foto: LJVB

Seit der politischen Wende 1989/90 sei Bethe ein wichtiger Wegbereiter des brandenburgischen Jagdwesens gewesen, ehrte Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke den scheidenden Präsidenten, der am vergangenen Samstag von knapp 200 Delegierten verabschiedet wurde. Sein Nachfolger wird Dr. Dirk-Henner Wellersdorf. Er ist Jagdpächter und Mitglied im Vorstand der Jägerschaft Baruth im Kreisjagdverband Teltow.
Im Gespräch mit jagderleben begründete Bethe seine Entscheidung und bilanziert seine Zeit als Funktionär für die brandenburgischen Jäger:

jagderleben: Was war der Grund, warum Sie nach 26 Jahren Amtszeit nicht mehr zur Präsidentschaftswahl angetreten sind?

Bethe: „Es ist Zeit für frischen Wind geworden. Nach einer so lange Tätigkeit für einen Verband besteht die Gefahr, dass der eigene Blickwinkel zu stark in den Aufgaben und der Entwicklung des Verbandes reflektiert wird. Ebenfalls denkt man nach 26 Jahren darüber nach, ob man seine Zeit nicht auch anders verbringen möchte.

jagderleben: Was fällt Ihnen rückblickend als erstes ein, wenn Sie an ihre Amtszeit denken?

Bethe: „Anders als in anderen gesellschaftlichen Bereichen hat es nach der Wende im Jagdwesen einheitliches Wirken der Beteiligten gegeben. Am deutlichsten wird dies in den Jahren 1990 und 91, als das erste Landesjagdgesetz diskutiert wurde. Hier wurde zielbezogener, nicht prozessorientiert wie heute gearbeitet. Beispielsweise trafen sich damals an einem Wochenende Vertreter von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium mit Jagdverband und Naturschutzverbänden und am Ende hatten wir einen Entwurf wie das Gesetz aussehen kann. Als dieser dann von den Abgeordneten abgesegnet wurde, hatten wir eines der modernsten Landesjagdgesetze mit Vorbildfunktion für andere Länder.
Inzwischen können Gesetze aber auch Verordnungen nur in einem sehr zähen Ringen beschlossen werden.

jagderleben: Gibt es etwas, was Sie im Nachhinein anders gemacht hätten?

Bethe: Ich hätte einiges anders gemacht, als die Kompromisse die am Ende herauskamen. Aber wenn man mit verschiedensten Interessensgruppen an einem Tisch sitzt, muss man immer Kompromisse eingehen um zu einem Ergebnis zu kommen. Die letzte Jagdgesetzänderung und die dazugehörige Verordnung sind Beispiele dafür. Hier gilt es auch künftig Mitspieler im Prozess zu bleiben und weiter sehr kritisch Gegenpositionen zu filtern.

jagderleben: Dies wird eine Aufgabe Ihres Nachfolgers Dr. Wellershoff sein. Was würden Sie ihm mit auf den Weg geben?

Bethe: Richtig. Da ich weiterhin Vizepräsident des DJV bin, würde ich mir wünschen, dass wir uns ergänzen und nicht nach außen in eine Konkurrenzsituation kommen. Daran sollten wir beide arbeiten.
PM/MH