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Lappjagd in Sachsen?

Warnband entlang der Kreisstraße 8116, die gleichzeitig Reviergrenze ist.


Die Kritiken zu fragwürdigen Methoden der Rotwildbejagung im Erzgebirge (Sachsen) durch Sachsenforst reißen nicht ab. Jüngst erstatteten Jagdpächter Anzeigen wegen der Durchführung einer verbotenen Lappjagd durch den Forstbezirk Neudorf. Danach hatte der Forstbezirk bei der Jagd am 11. Oktober im Revier Grumbach an der Reviergrenze entlang einer Straße ein Warnband auf einer Länge von 5,5 Kilometern angebracht.

Die Jagdpächter sehen in der Ablappung einen Verstoß gegen § 19 Abs. 1 Nr. 3 Bundesjagdgesetz. Demnach ist es verboten, die Lappjagd in weniger als 300 Meter Entfernung zur Reviergrenze auszuüben. Sachsenforstsprecher Dr. Renke Coordes versicherte gegenüber der Redaktion, dass bei dieser Jagd keine Lappen eingesetzt worden seien. „Ausschließlich aus Gründen der Verkehrssicherung wurde entlang der Straße ein Trassierband gespannt.“ Die Staatsanwaltschaft leitete das Verfahren an die untere Jagdbehörde des Erzgebirgskreis weiter. Ein Sprecher wollte sich wegen des laufenden Verfahrens gegenüber der Redaktion nicht näher zum Vorfall äußern.

© privat

In Brandenburg klar geregelt

Anders als in Sachsen besteht im Nachbarland Brandenburg eine rechtliche Klarstellung durch die Oberste Jagdbehörde zur Lappjagd: „Wird eine Straße zu Verkehrssicherungszwecken abgelappt, schließt das nicht aus, dass der Tatbestand einer Lappjagd erfüllt wird. Das ist dann der Fall, wenn die Ablappung gleichzeitig Jagdzwecken dient, wenn also die Wirkung der Ablappung, das Wild zurück- oder an der Ablappung entlangzutreiben, jagdlich ausgenutzt wird." Reinhard Schneider



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