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Langohren auf Sendung

Jäger und Mitarbeiter der Uni Kiel bei der Vorbereitung der Fangaktion. Foto: picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Zwar weiß man bereits, dass Faktoren wie Räuberdruck, Krankheiten und intensive Landwirtschaft Einfluss auf die Besätze haben. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt soll jetzt aber genauere Erklärung darüber geben, warum es immer weniger Feldhasen im Freistaat gibt.
Bei der Aktion wurden im oberbayerischen Erdinger Moos, im schwäbischen Nördlinger Ries sowie im unterfränkischen Ochsenfurter Gau über 30 Hasen mit GPS-Sendern ausgestattet. Alle 14 Tage werden die Sender-Daten ausgelesen. Dadurch beobachten die Wissenschaftler unter anderem, welche Feldfrüchte für die Hasen besonders attraktiv sind. Für einen Gesundheitscheck wurden ihnen bei der Besenderung ebenso Blut- und Schleimhautproben entnommen. An dem Projekt hat sich auch eine Firma mit einer Biologin beteiligt, die sich für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln beschäftigt und Grenzwerte für Chemikalien festlegt. Das Unternehmen will wissen, ob sich Langohren in Feldern aufhalten, die gespritzt wurden.
Die Jagd auf die Tiere zu verbieten, sei nicht der richtige Weg, wird der Kieler Projektleiter Daniel Hoffmann von der Deutschen Presseagentur (dpa) zitiert. "Die Jagd ist kein wesentlicher Einflussfaktor auf die Population. Der richtige Weg ist, dass wieder mehr Flächen geschaffen werden, die Ruhe, Nahrung und Deckung bieten", so Hoffmann. Der Biologe sieht hier die Verantwortung bei der Europäischen Union. Diese müsse Gelder für die Schaffung von Stilllegungen zur Verfügung stellen, damit Rückzugsgebiete entstehen.
BS