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Landwirt muss zahlen

Auslöser des Streits: Eine Querfeldeinfahrt zu zwei gestreckten Marderhunden. Foto: Archiv JGH © Archiv JGH

Beide Seiten hatten eigentlich überzogen: Der Jäger, der mit seinem Wagen über ein bestelltes Feld zu zwei erlegten Marderhunden fuhr - der Bauer, weil er vor Wut eine Beule in den Kotflügel des Autos trat. Beide trafen sich vor dem Amtsgericht Schwedt/ Oder. Stolze zwei Verhandlungstage mit Vernehmung von Zeugen wurden zur Urteilsfindung gebraucht.
Die Ursache für den Eklat hatte der Jäger gesetzt, so die Richterin. Eigentlich unnötig, denn zum Bergen von Marderhunden braucht man kein Auto. Der Jäger hätte sie auch zu Fuß holen können. Er war immerhin, um die Saat zu schonen, eigens in einer Treckerspur gefahren. Was dem Bauern nicht reichte: Laut Staatsanwaltschaft soll er dem Wagen entgegen gerannt sein, mit voller Wucht vor den Kotflügel getreten haben. Am nächsten Tag entdeckte der Jäger eine Delle.
Ein Schlichtungsversuch mit dem Bauern scheiterte, also zeigte der Jäger den Landmann an. Der stritt vor Gericht alles ab, es stand am Ende Aussage gegen Aussage. Die Richterin hielt sich an die Anzeige des Jägers. „Die Erregung und der Ärger über die Fahrt sind keine Rechtfertigung für die Sachbeschädigung“, meinte sie und verurteilte den Bauern zu 400 Euro Geldstrafe und Kostenübernahme der Reparatur. Aktenzeichen: Amtsgericht Schwedt 12 Ds 209 Js 14339/11 (101/12).
PB