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Landrat mimt Wisent-Muffel

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Mittwoch, 15.06.2016 - 02:00
Berleburger Wisente mit ihren Kälbern (Symbolbild). Foto: Wolfram Martin © Martin Wolfram
Berleburger Wisente mit ihren Kälbern (Symbolbild). Foto: Wolfram Martin

Wieder eine bittere Pille für die Initiatoren des Berleburger Wisent-Projektes. Zunächst war es ein Gericht, dass dem für die Tiere verantwortliche Trägerverein auferlegte, Wildschäden zu verhindern. Wenn nötig durch einen Zaun. Nun hat der Landrat vom Hochsauerland, Dr. Karl Schneider (CDU), den nächsten Sargnagel für das europaweit einzigartige Auswilderungsprojekt angesetzt. In einer Krisensitzung am vergangenen Montag (14. Juni) wurde über den Angriff einer Wisent-Kuh diskutiert, die eine Spaziergängerin verletzte.
Laut dem „WDR“ will Schneider jetzt die Wildrinder aus seinem Hoheitsgebiet aussperren. Er wolle sich nach möglichen weiteren Attacken keine Untätigkeit vorwerfen lassen. Zudem habe der Hochsauerlandkreis nie zu dem Auswilderungs-Areal gehören wollen.
Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte das Arnsberger Amtsgericht dem Trägerverein auferlegt, die Tiere aufgrund von Wildschäden in ihr ursprüngliches Gebiet zurückzuholen. Was ihm offenbar nicht nachhaltig gelang. Binnen vier Wochen muss er jetzt wieder seine Schützlinge in den Nachbarkreis Siegen-Wittgenstein locken. Wenn das nicht funktioniere, sei der letzte Weg der Zaunbau, so Schneider. Das wiederum würde das Ende von Europas größtem freilebendem Landsäuger in Deutschland bedeuten.
BS