+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 3.995 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 24.6.2022) +++
Home News Landesjagdverband Sachsen: JGHV schmeißt LJVSN raus

Landesjagdverband Sachsen: JGHV schmeißt LJVSN raus

Kathrin Führes © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Freitag, 27.05.2022 - 16:55
Jaeger-mit-Hunden © Richard Semik - stock.adobe.com
Grund für die Meinungsverschiedenheit ist u.a. die Brauchbarkeitsprüfung in Sachsen.

Wohl zum ersten Mal in seiner Geschichte hat der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) einen Landesjagdverband rausgeworfen. Wie JGHV-Präsident Karl Walch in einer E-Mail an die JGHV Landesgruppe Sachsen erklärte, habe ein Beitrag von Sachsens Vizepräsident Wilhelm Bernstein den JGHV letztendlich zu diesem Schritt bewogen. In diesem Beitrag, der im verbandsinternen Teil des "Sachsenjäger" erschienen war, hatte Bernstein seinen Unmut über den JGHV geäußert.

Er warf der Landesgruppe unter anderem vor, dass der JGHV Sachsen sich als Vereinigung der Jäger nach § 10 der Sächsischen Jagdordnung habe anerkennen lassen und damit „im Wettbewerb zum Landesjagdverband“ stehe. Außerdem habe sich die sächsische Landesgruppe des JGHV mit dem Sächsischen Jagdverein „ins Bett gelegt und eine eigene, gemeinsame Brauchbarkeitsprüfungsordnung und eine eigene gemeinsame Brauchbarkeitsprüfung bei der oberen Jagd- und Forstbehörde“ eingereicht.

JGHV stellt sich schützend vor Landesgruppe

Gegenüber der Redaktion erklärt JGHV-Präsident Karl Walch, dass er den Rauswurf des Landesjagdverband Sachsen (LJVSN) sehr bedauern würde. Die jüngsten Äußerungen von Herrn Bernstein hätten das Fass aber zum Überlaufen gebracht. Die sächsische Landesgruppe würde hervorragende Arbeit leisten und man könne es sich nicht bieten lassen, dass über langjährige Arbeit der Landesgruppe so gesprochen werde. Daher stelle man sich nun als Bundesverband schützend vor seine Landesgruppe. Jedoch habe man bewusst eine Tür offengelassen, indem man dem LJV die Möglichkeit eingeräumt habe, sich auf dem Landesjägertag von den Äußerungen von Herrn Bernstein zu distanzieren. Auch sei man nicht in Konkurrenz zum Landesjagdverband, da man ein ganz anderes Tätigkeitsfeld habe.

Wie es der Satzung des JGHV entsprechen würde, hätte man dem LJV den Rauswurf postalisch mitgeteilt und die eigene Landesgruppe per Mail über die Geschehnisse in Kenntnis gesetzt.

Zwei Brauchbarkeitsprüfungsordnungen in Sachsen

Gegenüber der Redaktion erklärt LJV-Präsident Frank Seyring, dass der Zankapfel zwischen dem LJV und dem JGHV die Brauchbarkeitsprüfung in Sachsen sei. Der Hauptgrund liegt dabei in der Zulassung von Hunden ohne JGHV-Prüfung zur Brauchbarkeitsprüfung. "Der JGHV hat ohne unser Wissen eine eigene Brauchbarkeitsprüfungsordnung (BPO) auf den Weg gebracht", erläutert Seyring gegenüber der Redaktion.

Derzeit gebe es daher in Sachsen zwei BPO. „Die Änderung betrifft nur die Zugangsvoraussetzungen der Hunde zur Prüfung und die Art der Prüfer um das Monopol des JGHV aufzulösen. An den Prüfungsinhalten haben wir keinerlei Änderungen vorgenommen. Zukünftig können die Verbände die Prüfung ihrer Hunde eigenverantwortlich organisieren und von den Prüfungsgebühren profitieren“, so der LJV-Präsident. Dies würde jedoch nicht bedeuten, dass etwa Pudel oder Schäferhunde zur Prüfung geführt werden dürfen.

Gegenüber der Redaktion äußerte Seyring weiter seinen Unmut, dass er durch die sozialen Medien von der Kündigung durch den JGHV erfahren musste, man habe zuvor keine Rücksprache mit dem LJVSN gehalten. Seyring kritisiert, dass man von einer Einzelmeinung auf einen über 4.000 mitgliederstarken Verband schließen würde. Jedoch hätte die Kündigung keinen Einfluss auf die Mitglieder des LJVSN.

Morgen soll nun in Sachsen ein neues Präsidium gewählt werden. Ob man von den Äußerungen Abstand nimmt und damit die Kündigung vom Tisch ist, ist jedoch anzuzweifeln.


Kommentieren Sie