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Landesjägertag beim LJV Sachsen: Verband will eigenen Weg gehen

Redaktion PIRSCH
am
Samstag, 28.05.2022 - 18:21
Das neugewählte Präsidium des LJVSN. © Sirko Scheibe
Das neugewählte Präsidium des LJVSN.

Mit Spannung war die Präsidiumswahl in Sachsen erwartet worden. Bereits wenige Tage vor der Wahl hatte der Ausschluss des Landesjagdverbands Sachsen (LJVSN) aus dem Jagdgebrauchshundverband (JGHV) für Aufruhe gesorgt. Der JGHV hatte jedoch dem LJVSN eine Hintertür offengelassen, in dem die Kündigung vom Tisch sei, wenn sich der Verband von den Äußerungen des Vizepräsidenten Wilhelm Bernstein distanzierte. Doch dazu kam es nicht.

Zunächst sprach Sozialministerin Petra Köpping einige Grußworte und freute sich am Landesjägertag teilnehmen zu dürfen. Das Sozialministerium arbeite eng mit der Jägerschaft bei der ASP-Bekämpfung zusammen. Acht Millionen Euro seien im vergangenen Jahr für die ASP-Bekämpfung vom Land Sachsen ausgegeben worden.

Verband will nun eigenen Weg gehen

Auch Präsident Frank Seyring sprach zunächst über allgemeine, die Jagd und Jägerschaft in Sachsen betreffende Bereiche, bevor er auf das Thema Hundearbeit zu sprechen kam. In seiner Rede macht Seyring zunächst unmissverständlich klar, dass der Ausschluss zwar sehr ärgerlich sei aber man nun einen Schlussstrich unter der Geschichte ziehen wolle und der LJVSN nun seinen eigenen Weg gehen würde. Seyring bedauerte es, dass er von dem Ausschluss nur durch die sozialen Medien erfahren habe, ihn bis heute aber kein offizielles Schreiben dazu erreicht habe. Das sich der Bundesverband des JGHV über den Artikel von Wilhelm Bernstein so aufrege, dass es zu der Kündigung kommen musste, sei ärgerlich aber nicht zu ändern. Man halte an dem Plan fest, neben der neu eingereichten Brauchbarkeitsprüfungsordnung durch den JGHV, die mit der derzeitigen Prüfungsordnung identisch ist, eine eigene einzureichen, die die Brauchbarkeit auch für Hunde ohne JGHV-Papiere ermöglicht. Mehr wolle man nicht an den Prüfungsinhalten ändern. Es sei aber an der Zeit etwas zu ändern, da man eines der letzten Bundesländer mit der alten Prüfungsordnung sei.

Verbandsrichter wehrt sich gegen Ausführungen

Zu den Ausführungen von Präsident Seyring wurde unter den Delegierten Unmut laut. So meldete sich ein Leistungs- und Verbandsrichter, dass es falsch sei, dass Hunde ohne Papiere in Sachsen derzeit von der Brauchbarkeitsprüfung ausgeschlossen seien. Er habe erst kürzlich einen Beagle ohne Papiere geprüft. In Sachsen sei es bereits jetzt möglich, dass Hunde auch mit Registerpapieren die Brauchbarkeitsprüfung ablegen.

Es würde gerade ein Bruch passieren, den keiner will, führt der Verbandsrichter weiter aus. Die Motivation von Bernstein, so habe er es damals schon kundgetan, sei es, das Monopol des JGHV zu brechen. "Wenn ich Augenschmerzen habe, dann gehe ich zum Augenarzt. Der hat ein Monopol auf Augen. Dann geh ich doch nicht zum Allgemeinmediziner", so der Hundemann. Der LJVSN würde eine brillante Arbeit machen aber manche Dinge sollte man den Profis überlassen. Es würde doch dem JGHV nicht darum gehen, dem LJVSN etwas wegzunehmen, sondern ihm Schützenhilfe Beiseite stellt.

"Welt geht an zweiter Brauchbarkeitsprüfung nicht zu Grunde"

Doch welche Auswirkungen hätte der Rauswurf? Vom Landesjagdverband seien in den vergangenen Jahren sieben Hunde geprüft worden, vom JGHV seien es weit über hundert Hunde gewesen, wirft der Verbandsrichter in den Raum. "Ein Zerwürfnis brauchen wir nicht. Wir vom JGHV machen Hunde, ihr macht Jagd im Allgemeinen", so der Jäger und Hundeführer.

Das Präsidium blieb aber bei seiner Linie. An einer zweiten Brauchbarkeitsprüfungsordnung würde die Welt nicht zu Grunde gehen und damit könne man auch die Diskussion abschließen, so Ludwig Stetter, Justiziar des LJVSN.

Der Antrag eines Delegierten, wonach der LJVSN nur ausschließlich nach Beschluss eines Landesjägertages eine von der Brauchbarkeitsprüfungsordnung vom 22.11.2013 abweichende Brauchbarkeitsprüfungsordnung zur Anerkennung bei der zuständigen Behörde einreichen dürfe, erreichte nicht die erforderlichen 25 Prozent Zustimmung. Daher wurde über den Antrag nicht abgestimmt. Nach hitzigen Diskussionen erklärte sich jedoch Präsident Seyring bereit, dass er mit JGHV-Präsident Karl Walch telefonieren wird, sobald ihm das Schreiben vorliegt, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Diese Aussage erntete den Applaus der Delegierten.

Präsident ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigt

Das bisherige Präsidium hatte sich nur wieder zur Wahl gestellt, da es ansonsten keinen Kandidaten gegeben hätte. Frank Seyring wurde mit 72 Ja-Stimmen, neun Nein-Stimmen sowie fünf Enthaltungen und zwei ungültigen Stimmungen im Amt bestätigt. Vizepräsident Wilhelm Bernstein kam auf 50 Ja-Stimmen, 37 Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen.

Sirko Scheibe/ Kathrin Führes


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