Home News Landesjägertag Bayern: Vocke als BJV-Präsident wiedergewählt

Landesjägertag Bayern: Vocke als BJV-Präsident wiedergewählt

Stießen in Veitshöchheim ins selbe Horn (v.l.): BJV-Präsident Vocke und Ministerpräsident Markus Söder


Die Wahl zum BJV-Präsidenten verläuft beim Bayerischen Jagdverband seit vielen Wahlperioden mit dem gleichen Ergebnis – der Sieger heißt: Jürgen Vocke. Ohne Gegenkandidaten war die Sache ziemlich eindeutig mit 78 Prozent der Stimmen wurde der mittlerweile 75-Jährige beim Landesjägertag in Veitshöchheim zum siebtenmal in Folge in dieses Amt gewählt. Im Jahre 2010 wurde er noch einstimmig gewählt, 2014 lautete das Ergebnis 511 Ja-Stimmen bei 107 Gegenstimmen.
Zu Vizepräsidenten bestimmte die Versammlung Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein (Schwaben) mit 329 Stimmen, Enno Piening (Unterfranken) mit 331 Stimmen und Thomas Schreder (Oberbayern), der den nicht mehr kandidierenden Dr. Günther Baumer in dieser Funktion ersetzt, mit 455 Stimmen).

Spannender wurde es bei der Wahl der Beisitzer. Hier gab es mehr Kandidaten als Sitze. Im Vorfeld hatte das bisherige jüngste Präsidiumsmitglied Susanne Schmid deutlich gemacht, was ihrer Meinung nach im Verband bisher nicht optimal gelaufen ist und was sie für Herausforderungen in den kommenden vier Jahren sieht (siehe Video ganz unten). Bei einigen der Altgedienten kamen diese offenen Worte gar nicht gut an. Das dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass sie in Zukunft nicht mehr im Präsidium vertreten sein wird. Die beiden Beisitzer-Posten ging an Andreas Ruepp, der bisher schon im Präsidum vertreten war und an Elena Loderer.

Bei der Schatzmeisterwahl lief es wie schon beim letzten mal auf eine Kampfkandidatur hinaus: Mechtild Maurer trat gegen den Amtsinhaber Dr. Wolfgang Schiefer an – und gewann mit 511 zu 85 Stimmen. Zum Verbandsjustitiar wurde Dr. Peter Greeske gewählt.

Ministerpräsident als Gast

Kabinettstreffen (v.l.): Innenstaatssekretär Gerhard Eck, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Ministerpräsident Markus Söder beim Landesjägertag.


Eingeladen und angekündigt war er noch als Finanz- und Heimatminister des Freistaats, erschienen ist Markus Söder zur Landesdelegiertenversammlung des BJV als Bayerns Ministerpräsident. Und er hatte auch gleich ein paar landesväterliche Worte für die Jäger über: "Diejenigen, die die Natur in Bayern mit am besten schützen sind die Jägerinnen und Jäger!" Was ihn in diesem Zusammenhang mit am meisten störe, sei dieses Misstrauen von anderen Gruppen; als ob es den Jägern gar nicht um Naturschutz ginge. Vertrauen statt Verdächtigungen sei hier gefragt!

Und zum Thema Wolf: "Bayern hat sich in den vergangenen 200 Jahren auch ganz gut ohne den Wolf entwickelt. Ich wünsche mir daher eine vernünftige Debatte darüber, dass die Rückkehr von Tieren auch eine Herausforderung sein kann." Ganz generell zollte Söder den Jägerinnen und Jägern wegen ihres Fachwissens und ihrer Leistungen Respekt: "Ich bin froh, dass wir Sie haben!"

Mit diesen und weiteren – zum Teil ganz allgemeinpolitischen – Ausführungen aber auch mit seiner unterhaltsamen Art hat Söder offenbar den Nerv der Zuhörerschaft getroffen: Er erntete dafür am Ende stehenden Applaus.

Auch die neue bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber nutzte die Gelegenheit, um sich der Jägerschaft – für die sie qua Ressortzuschnitt die Zuständigkeit innerhalb des Kabinetts besitzt – vorzustellen.

 

Offene Worte, die nicht belohnt wurden: Susanne Schmid im Vorfeld der Wahl


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
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