Home News Landesjägerschaft distanziert sich von Drückjagd Ende März

Landesjägerschaft distanziert sich von Drückjagd Ende März

Am 30. März wurde in Fontanella eine Treibjagd durchgeführt (Symbolbild).


Die Vorarlberger Jägerschaft (Österreich) distanziert deutlich von einer Drückjagd (in Österreich teilweise auch Treibjagd genannt), die am 30. März bei hohen Schneelagen in Fontanella durchgeführt wurde. Wie die Jägerschaft in einer Pressemitteilung erklärt, seien dabei unter anderem Gams-, Rot- und Rehwild gejagt und erlegt worden. Dabei seien auch Jagdhunde zum Einsatz gekommen. „Eine Treibjagd auf hochträchtige Tiere ist moralisch höchst verwerflich und sollte auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen“, so die Pressemitteilung weiter.

„Wir verurteilen diesen Vorfall aufs Schärfste und distanzieren uns in aller Form. Das Verhalten der Beteiligten entbehrt jeglicher Jagdethik und zeugt von keinem weidmännischem Verhalten oder Respekt vor den Tieren. Gegen Mitglieder der Vorarlberger Jägerschaft, die bei solchen Aktionen mitwirken, leiten wir umgehend ein Ausschlussverfahren ein“, sagte Landesjägermeister Dr. Christof Germann.

Bezirkshauptmannschaft ermittelt

Der Bezirkshauptmann von Bludenz Johannes Nöbl erklärte gegenüber unserer Redaktion, der Fall sei bei der Bezirkshauptmannschaft angezeigt worden, man habe bereits die Ermittlungen aufgenommen. Allerdings wurde für das betreffende Jagdgebiet bereits seit 2016 die Schonzeit für Reh-, Rot- und Gamswild ganzjährig aufgehoben, da es dort große Wildschäden an sensiblen Schutzwäldern gegeben habe, so Nöbl.

Ob die Art der Durchführung dieser Jagd klug und sinnvoll gewesen sei, könnte die Bezirkshauptmannschaft nicht beurteilen. Allerdings werde geprüft, ob es andere Jagdgesetzübertretungen gegeben habe. Ob tatsächlich, hochbeschlagene Stücke erlegt wurden, wisse man derzeit noch nicht. Die Jagd wurde vom damaligen Pächter des Reviers organisiert. Das Revier wurde zum 1. April neu verpachtet.

Landesrat Christian Gantner äußerte sich gegenüber „Vol.at“ zu dem Vorfall. Er sei geschockt und verurteile das Vorgehen aufs Schärfste. PM/ SBA


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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