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Land der Jäger?

Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen. Foto: NJ


Dort gibt es erheblich mehr Jäger als im Bundesdurchschnitt. Jeder 130. Niedersachse besitzt einen Jagdschein, das ist laut Landesjägerschaft (LJN) bundesweiter Spitzenwert. Deutschlandweit verfüge nur einer von 218 Einwohnern über einen solchen Schein, sagte ein LJN-Sprecher. Und der Trend ist weiter positiv: Im vergangenen Jahr hätten in Niedersachsen 2.926 Anwärter die notwendige Prüfung bestanden, 344 mehr als im Jahr 2013.
Darauf hat die LJN im Nachgang zu ihrer Mitgliederversammlung mitte Mai hingewiesen. Sie vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von mehr als 53.000 der rund 60.000 Grünröcke des Landes. Dies scheint auch dringend notwendig, da sich jagdpolitisch derzeit im Land zwischen Küste und Harz einiges tut. Nicht immer zur Zufriedenheit der Waidmänner: Bei der im Oktober in Kraft getretenen neuen Jagd- und Schonzeitenverordnung seien die Vorschläge der Jägerschaft nicht berücksichtigt worden, kritisierte LJN-Präsident Helmut Dammann-Tamke.
Logische Folge davon: Die im April beim Oberverwaltungsgericht eingereichten Normenkontrollanträge gegen die Verordnung. Hauptkritikpunkte dabei: Die Verkürzung von Jagdzeiten etwa beim Dachs und Einschränkungen bei der Jagd auf Gänse. Dies lässt für eine generelle Jagdrechtsreform nichts Gutes hoffen. Und dennoch gibt sich der LJN-Präsident mit Blick auf die Vorgänge in anderen Bundesländern betont kämpferisch: "Betroffen gemacht haben neben den Inhalten auch der Umgang mit den Jägern in den benachbarten Bundesländern. Niedersachsen ist Jägerland Nummer 1 in Deutschland. Gemeinsam mit den Anglern bilden wir die Mitte der Gesellschaft - wer das in Zweifel zieht verkennt die Sachlage und hat wahrscheinlich schneller eine Großkundgebung vor der Haustür als er vielleicht denkt!", so Dammann-Tamke. Und in Anspielung auf die Mitte März stattgefundene Demonstration von 15.000 Jägerinnen und Jäger vor dem Düsseldorfer Landtag weiter: "Wir wollen ein solches Szenario für Hannover keineswegs heraufbeschwören, aber klar ist, Novellierungsbestrebungen an uns vorbei, werden wir nicht einfach hinnehmen." JMB/LJN/DPA