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Eine Kuh weniger

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Die Berleburger Wisent-Herde zählt ein Mitglied weniger. Foto: Wolfram Martin © Martin Wolfram

Die Verantwortlichen des Artenschutzprojektes beschreiben den Vorfall als "unglücklich" und "außergewöhnlich". Wie kam es dazu? Am Freitag, den 20 Januar, hatte Wildmeister Patrick Rath die Kuh "Abtisa" an einer Fütterung entdeckt. Sie hatte sich mit ihren Hörnern beim Versuch an das Futter zu gelangen in einem der Tische verhakt. Alleine konnte sie sich scheinbar nicht befreien. Wie lange sie gefangen war, bleibt unklar.
Mit dem Wisent-Ranger Jochen Born und einem Veterinär versuchte Rath das etwa neunjährige Tier freizusägen. Da sie darauf panisch reagierte und sich sowie die Retter in Gefahr brachte, wurde sie betäubt und schließlich befreit. Die Gelegenheit wurde genutzt, um Blut abzunehmen und einen neuen Sender anzulegen. Zur Beobachtung verbrachte man sie dann in einen Transportanhänger und fuhr sie zum ehemaligen Auswilderungsareal. Aufgrund des verursachten Stresses sollte sie sich zwei Tage erholen können.
Am vergangenen Montag war jedoch keine Verbesserung zu erkennen, immer noch konnte die Kuh nicht aufstehen. Der Tierarzt unterichtete die Verantwortlichen über zwei Möglichkeiten: Da "Abtisa" leide, müsse sie entweder erlöst, oder in die Gießener Tierklinik gebracht werden. Man entschied sich für letzteres, doch auch den Uni-Veterinären gelang keine Stabilisierung – Dienstagnacht ging das Wildrind ein. Die genaue Todesurache soll noch untersucht werden. Im Frühjar 2016 hatte die Kuh noch ein Kalb gesetzt. Laut Born sei es auch ohne die Führung der Mutter überlebensfähig.
PM/BS