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Auch künftig keine Jagd auf Fischotter

Der Fischotter ist vom Aussterben bedroht und darum bundesweit geschützt. Foto: piclease/R. Kaminski © piclease/R. Kaminski

Teichwirte und Fischer in Niederbayern fürchten den Hunger des Fischotters. Sie klagen über ausgebeutete Teiche und hohen wirtschaftlichen Schaden. Vor allem im Bayerischen Wald werden daher die Rufe nach der Jagd auf den geschützten Wassermarder immer lauter.
Formal zuständig dafür ist die Regierung von Niederbayern. Für sie ist eine Bejagung der Fischotter derzeit aber nicht vertretbar, wie sie in einer Pressemitteilung verlautbaren läßt. Begründung: Der Fischotter ist nach wie vor vom Aussterben bedroht.
Die Naturschutzbehörde setzt lieber weiterhin auf den Einsatz eines sogenannter Otterberaters. Ob damit Ruhe einkehrt, ist jedoch fraglich. In der Mitteilung der Regierung klingt dies auch an: "Seit mehreren Jahren können gewerbliche und Hobby-Teichwirte finanzielle Unterstützung vom Staat bekommen, um zum Beispiel Schutzzäune zu bauen. Obwohl die Naturschutzverwaltung bereits in der Vergangenheit einen Otterberater als Ansprechpartner und Helfer vor Ort engagiert hatte, ist die Resonanz bislang sehr gering. Darum appelliert die Regierung an die Teichwirte und Fischer, das Angebot künftig intensiver zu nutzen" heißt es dort.
Eine staatliche Regelung zur Entschädigung, wie sie für Schäden durch den Biber bereits existiert, gibt es für den Fischotter noch nicht. Derzeit arbeitet die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) an einem Managementplan für den Fischotter in Bayern. Dabei wird auch über eventuelle künftige Kompensationszahlungen diskutiert.
Fischotter werden bis zu 1,4 Meter lang und wiegen ausgewachsen zwischen sechs und zwölf Kilogramm.
In Bayern dürfte es derzeit schätzungsweise rund 300 Fischotter geben, die meisten davon im Bayerischen und Oberpfälzer Wald. Dass es wieder so viele sind, ist auch ein Erfolg der bayerischen Jäger: Die "Wildland Stiftung", die Naturschutz-Organisation des Bayerischen Jagdverbandes, hat sich in der Vergangenheit stark für die dem Jagdrecht unterliegenden aber nicht bejagten Wassermarder in der engagiert. PM/RJE