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Kritik an Wolfspolitik: Wolfsberater in Niedersachsen entlassen

Wolfsspur-im-Acker © ViktoriiaNovokhatska - stock.adobe.com
War es ein Wolf oder doch ein anderes Tier? Dieser Frage müssen Wolfsberater u.a. nachgehen… (Symbolbild).

Das niedersächsische Umweltministerium trennte sich von zwei Wolfsberatern. Grund dafür sei deren mangelnde neutrale Position zum Thema Wolf, hieß es hierzu am 2. Februar in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Die beiden Berater hätten sich kritisch gegenüber der Wolfspolitik des Landes geäußert und sich im Rahmen ihrer Tätigkeit als Vorsitzender, bzw. stellvertretender Vorsitzender eines Wolfsschutzvereins wiederholt gegen Entscheidungen des Ministeriums ausgesprochen. „Die Mitgliedschaft in Pro-Wolf-Vereinen an sich ist selbstverständlich kein Grund für die Entlassung eines Wolfsberaters. Im Gegenteil: Die Arbeit in Naturschutz-Vereinen ist eine richtige und wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Dennoch gebietet das Ehrenamt des Wolfsberaters öffentliche Zurückhaltung und Sensibilität in einem Themenfeld, bei dem es auf maximale Objektivität und Vertrauen bei der Kernklientel ankommt“, nahm Umweltminister Olaf Lies Stellung zu den Entlassungen.

Ministerium fordert Neutralität und Vertrauen

Das Ministerium fordere Neutralität und Vertrauen von seinen ehrenamtlichen Wolfsberater/-innen. Denn sie seien dafür zuständig, Nutztierrisse zu kontrollieren und das Land bei der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen, um ein Miteinander von Mensch und Wolf zu fördern. Weiterhin heißt es in der Pressemitteilung, dass aus Schutzgründen für Weidetierhalter und Jäger, in manchen Fällen mögliche Ausnahmegenehmigungen zum Abschuss von Problemwölfen nicht öffentlich gemacht werden können. „Die Entscheidung über die Entnahme einzelner Tiere ist ganz sicher kein Staatsgeheimnis. Wir scheuen hier auch keine gerichtliche Überprüfung – alle Verwaltungsgerichte haben in der Vergangenheit die Entscheidung des Ministeriums im Wesentlichen bestätigt. Das Auskunftsrecht der Öffentlichkeit stößt aber dann an Grenzen, wenn Ruf und Leben von Menschen bedroht sind“, äußerte sich Lies dazu. „Hier müssen sich diejenigen, die Transparenz um jeden Preis fordern, fragen lassen, wer den Preis dafür zahlen soll.“


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