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Kritik nach Sauabschuss

Filmausschnitt: So wurden die drei Wildschweine erlegt. Foto: youtube © youtube

Was war passiert? Einer der für das Gebiet zuständigen Jagdaufseher hatte deswegen die örtliche Feuerwehr alarmiert. Als die Männer zu Ihrem Einsatzort kamen, staunten sie nicht schlecht: Drei erschöpfte Sauen galt es mit Booten aus dem Wasser zu retten. Eile war geboten, da weitere Schwarzkittel den Kampf gegen das Ertrinken bereits verloren hatten. Am Ufer angelandet erhielten die geschwächten Tiere vom Jagdaufseher den Fangschuss. Dafür muss sich der Mann jetzt womöglich juristisch rechtfertigen.
Medienberichten zufolge haben sich einige der „Retter“ enttäuscht darüber gezeigt, dass die Wildschweine getötet worden waren. Mittlerweile ist eine Diskussion darüber entstanden, ob das Vorgehen des Jagdaufsehers korrekt gewesen ist. Schuld daran sind auch die unklaren Bestimmungen des niederländischen Jagdgesetzes. Dieses erlaubt die Bejagung von Wildtieren eher als Ausnahme, denn als Regel. Gleichzeitig sind Wildschweine nur in speziell dafür vorgesehenen Gebieten geschont; die Rotte befand sich außerhalb davon.
Albert de Boer von der Königlich Niederländischen Jägervereinigung (KNJV) erklärte auf Anfrage gegenüber jagderleben, dass es rechtens sei, Wild zur Schadensabwehr an landwirtschaftlichen Kulturen oder zur Unfallverhütung zu erlegen. Kompliziert sei dieser Vorfall jedoch, weil er an einem Sonntag passiert ist, so de Boer weiter. In den Niederlanden darf nämlich an Sonntagen grundsätzlich nicht geschossen werden. Ob der Jagdaufseher nun richtig gehandelt hat, werden die eingeleiteten polizeilichen Ermittlungen zeigen. Ironie des Schicksals: Eine geplante Änderung des Niederländischen Jagdgesetzes, die noch in diesem Monat debattiert werden soll, wird in dieser Frage wohl zukünftig für Klarheit sorgen.
MH

Einen Filmbeitrag zu dem Thema finden Sie hier.