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Kritik an „Fuchsabschussprämie“ im Berchtesgadener Land

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Sonntag, 26.01.2020 - 15:20
Fuchs-erlegt © Rasso Walch
Bisher konnten die Jäger in Berchtesgadener Land eine Abschussprämie für Füchse bekommen.

Seit den 1990er-Jahren zahlt der Landkreis Berchtesgadener Land (BayernJägern eine Abschussprämie für Füchse. Nun wurde die Tierrechtsorganisation PETA auf die Prämie aufmerksam und übt daran massiv Kritik.

Wie ein Sprecher des Landratsamts der Redaktion mitteilt, habe man damals mit der Abschussprämie einen Anreiz zur verstärkten Bejagung setzen wollen, auch im Hinblick auf Tollwut. Seit mehreren Jahren würde der Fokus bei der Prämie jedoch auf einer „kontrollierten Verbringung in die Tierkörperverwertung“ liegen. Da durch das Ablagen von erlegten Füchsen im Wald eine erhöhte Gefahr von Krankheitsübertragungen (bspw. Staupe oder Räude) bestünde. Um die Prämie in Höhe von 10,23 Euro je Fuchs zu erhalten, mussten die Jäger bisher beim Veterinäramt einen Nachweis vorlegen. Durchschnittlich sei die Auszahlung für rund 250 Tiere/ Jahr an rund 100 Jäger erfolgt.

PETA sieht keinen Grund für Fuchsjagd

PETA kritisierte, dass das Landratsamt die Abschussprämie mit Tollwut begründe, obwohl Deutschland seit 2008 als tollwutfrei gilt. Zudem fordert die Tierrechtsorganisation ein Fuchsjagdverbot im Kreis Berchtesgadener Land. „Es gebe keinen Grund für die massenhafte Bejagung der Tiere.“

Situation soll neu bewertet werden

Das Landratsamt gibt gegenüber der Redaktion an, dass der Begriff „Fuchsabschussprämie“ „nach heutigen Maßstäben aber sicher unglücklich gewählt“ sei. Unabhängig von der Tollwut sei angesichts der Ansteckungsgefahren durch den Fuchsbandwurm, durch die Fuchsräude und die Staupe eine Begrenzung des Fuchsbestandes, insbesondere im oberbayerischen Raum, auch weiterhin im öffentlichen Interesse. Man wolle aber die Situation zwischen den Fachbereichen „Veterinärwesen“ und „Naturschutz und Jagdwesen“ neu bewerten lassen.