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Kreuzkraut: Wild in Gefahr

Ran an die Staude: Noch vor der Blüte wurden die Wiesen gemäht, umgebrochen und neu eingesät. Foto: Stiftung Naturschutz


Teile im Kreis Ostholstein sind betroffen. Einige Flächen gehören der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und werden extensiv bewirtschaftet. Die Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts (JKK) bereitet neben Landwirten und Imkern auch Jägern Sorgen. Selbst Wissenschaftler sprechen von einer extrem hohen Belastungssituation. Im Mai beklagte ein Landwirt zwei tote Schottische Hochlandrinder. Eine Vergiftung ist sehr wahrscheinlich.
Der seit vielen Jahren aktive Naturschützer und Jäger Willi Latendorf geht noch weiter. Er spricht von folgenschweren Auswirkungen auf weitere Tierarten. „Seit Jahren gibt es immer weniger Singvögel. Es ist teilweise mucks-mäuschen still hier.“ Schuld sei das schädliche JKK. Er vermutet, dass Insekten die Giftstoffe aufnehmen. Als Beutetiere vergiften sie dann viele Vogelarten. Latendorf: "Der Wachtelkönig ruft schon seit etwa fünf Jahren nicht mehr."
Zwar gebe es laut Prof. Manfred Gareis von der Ludwig-Maximilian Universität München (LMU) keine standardisierten Verfahren, dennoch habe man analytische Möglichkeiten um eine Vergiftung festzustellen. Er und sein Team sind gerade dabei wissenschaftliche Beweise zu sammeln. Dies geschehe im Auftrag einer örtlichen Interessensgemeinschaft, darunter auch die Jägerschaft Eutin. Als Indikator für schädliche Auswirkungen – auch für den Menschen – gelte Honig aus dem Gebiet. Wild könne aber ebenfalls nicht aus dem Gefährdungsspektrum ausgeschlossen werden, so Gareis. Er rät nach Maßnahmen zur Eindämmung zu suchen und die sachkundigen Jäger zu sensibilisieren. Gleichzeitig gibt er den Hinweis, dass man eventuell zu spät gehandelt habe. Nicht immer sei es sinnvoll die Natur sich selbst zu überlassen.
Das hat nun auch die Stiftung erkannt. Neben der Anlage von Versuchsflächen, wurde der Pächter beauftragt, die stark betroffenen Wiesen umzubrechen und neu anzusäen.
MH