Home News Kranker Wolf: Schweiz macht mit auffälligem Tier kurzen Prozess

Kranker Wolf: Schweiz macht mit auffälligem Tier kurzen Prozess

Sascha Bahlinger © Kathrin Nüsse
Sascha Bahlinger
am
Samstag, 22.02.2020 - 07:30
Wolf-Krank-Wildkamera © Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen
Die Wildkamerabilder legten den Verdacht nahe, dass der Wolf krank ist.

Im Kanton Thurgau (Schweiz) wurde in der Nacht zum Dienstag ein Wolf geschossen. Wie die Jagd- und Fischereiverwaltung des Kanton in einer Pressemitteilung bekannt gab, wurde das Tier gemeinsam mit der Wildhut St. Gallen entnommen. Das Tier habe verschiedene Krankheitsbilder gezeigt. Wie ein Sprecher der Jagdverwaltung gegenüber der Redaktion erklärte, sei das Tier bereits im Dezember in dem Gebiet festgestellt worden. Im Januar hätte man erste Anzeichen bemerkt, dass das Tier krank sei. Allerdings habe sich dieser Verdacht erst Mitte Februar per Wildkameraaufnahmen bestätigt.

Radius des Wolfs wurde immer kleiner

Der Wolf war auffällig geworden, weil er immer wieder Schafe im Grenzgebiet zwischen St. Gallen und Thurgau gerissen hatte. Zuletzt am 17. Februar. Als er in der darauffolgenden Nacht zu seinem Riss zurückkehrte, wurde die Gelegenheit genutzt, das Tier, dem vor allem an der hinteren Körperhälfte die Haare ausgefallen waren, zu erlegen. Auch der immer kleinere Radius seiner Aktivitäten deutete auf ein atypisches Verhalten hin, so die Pressemitteilung weiter. Unter welchen Krankheiten das Tier genau gelitten habe, sei bislang noch nicht klar, so der Sprecher des Amts. Der Kadaver wird veterinärmedizinisch untersucht. Auch eine Genanalyse wird durchgeführt.

Damit geht die Schweiz einen anderen Weg als Niedersachsen. Dort will man einen an Räude erkrankten Wolf vorerst weiter beobachten.

Sender für bessere Überwachung in Graubünden

Im Kanton Graubünden hat das dortige Amt für Jagd- und Fischerei einen Wolf narkotisiert und besendert, um das Rudel besser überwachen zu können. Dies gab das Amt in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach seien mehrfach Jungwölfe in der Nähe von Siedlungen aufgetaucht. Deshalb sei es nötig, die Bewegungen zu beobachten. Man wolle die Ortungsdaten allerdings aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlichen.