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Kranich-Massenkollision

Immer wieder stehen "erneuerbare Energien" im Konflikt mit dem Artenschutz (Symbolbild). Foto: NOKEM © NOKEM

Immer wieder stehen "erneuerbare Energien" im Konflikt mit dem Artenschutz (Symbolbild). Foto: NOKEM


Im Januar stellten Anwohner im Havelländischen Luch einen Massenanflug von Kranichen an einer Hochspannungsleitung fest, bei dem etwa Hundert Kraniche und drei Schwäne getötet wurden. Nach Angaben der Kranichschutz Deutschland GmbH starben die Vögel nicht durch Stromschlag, sondern in Folge von Leitungsanflügen. Die Kadaver wurden fast alle im Bereich zwischen zwei Leitungsmasten gefunden, deren Erdseile mit roten Spiralmarkern gegen Vogelanflüge markiert waren. Die Massenkollision steht wahrscheinlich mit einer Nebelwetterlage zu diesem Zeitpunkt in Verbindung.
Laut der Deutschen Wildtier Stiftung sind jetzt auch weitere tausende "Vögel des Glücks" durch den möglichen Bau eines Windrads in Mecklenburg-Vorpommern in Gefahr. Die Großanlage soll nahe der Stadt Neubrandenburg in einem EU-Vogelschutzgebiet gebaut werden. Der geplante Standort befinde sich direkt im Hauptflugkorridor zwischen Schlaf- und Nahrungsplätzen, wie die "Friedländer Große Wiese". Letztere sei mit 20.000 Hektar das größte und wichtigste Niedermoor Nordeutschlands. Neben Schreiadler brüte in dem Gebiet unter anderem auch Kornweihe, Raufußbussard und Sumpfohreule. "Allesamt sind Rote-Liste-Arten und verdienen besonderen Schutz", kritisiert Prof. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. "Seltene Arten sollen hier einer unausgegorenenen Energiepolitik geopfert werden."
Reinhard Schneider/BS/PM