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Krähenjagd: Spaziergängerin erstattet Anzeige gegen Jäger

Kraehenjagd-Tarnung © Christian Liehner
Die beiden Jäger trugen auch eine Gesichtstarnung (Symbolbild).
Kraehenjagd-Tarnung © Christian Liehner

Die beiden Jäger trugen auch eine Gesichtstarnung (Symbolbild).

Zwei Jäger waren am 3. August nahe Ahaus (Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen) gemeinsam auf Krähenjagd. Wie bei einer Krähenjagd üblich, trugen die beiden Waidmänner am ganzen Körper Tarnklamotten – so auch über dem Gesicht, wie die Münsterländer Zeitung berichtet. Eine Spaziergängerin mit ihrem freilaufenden Hund nähert sich dem aufgestelltem Lockbild. Nach Angaben des Pressesprechers der Polizei, Frank Rentmeister, habe einer der beiden Jäger die Frau gebeten, ihren Hund an die Leine zu nehmen.

Hundehalterin erstattet Anzeige

Kurz nach dem Gespräch habe der andere Waidmann zwei Schüsse abgegeben. Da die Hundehalterin, laut "Münsterland Zeitung", von dem vermummten Jäger „rüde“ angesprochen wurde und dieser dabei eine Waffe in der Hand hielt, informierte sie die zuständige Polizei. Einige Zeit später erschien sie ein weiteres Mal bei den Beamten und erstattete Anzeige, da sie der Meinung war der Jäger habe in ihre Richtung geschossen. Die Polizei nahm daraufhin die Ermittlungen auf.

Krähenjagd war angemeldet

Die beiden Jäger wurden schnell ausfindig gemacht, da die Krähenjagd öffentlich angemeldet wurde. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen und nicht zwingend erforderlich, so der polizeiliche Pressesprecher weiter. Die beiden Männer wurden von der Polizei verhört, wobei sich herausstellte, dass die Schüsse einer Krähe in der Luft galten. Die Polizei gab gegenüber der "Münsterland Zeitung" an, dass die Jagd allen Sicherheitsvorkehrungen entsprochen habe und die Vorwürfe der Frau nicht haltbar seien. Der Vorfall wurde inzwischen der zuständigen Staatsanwaltschaft übermittelt.

Statement des Jägers

Im Gespräch mit der Redaktion erzählte einer der betroffenen Jäger: „Wir haben unseren Schirm aufgrund des stadtnahen Reviers so aufgebaut, dass eine Gefährdung von Spaziergängern, Joggern und auch Hunden ausgeschlossen werden kann. Der Spazierweg führt hinter dem Schirm vorbei, das Schussfeld lag nach vorne auf einen Stoppelacker. Es handelte sich um einen revierübergreifenden Krähenjagdtag, der im Vorfeld über Radio und Tageszeitung angekündigt wurde. Es war etwa 7.30 Uhr, als plötzlich ein unangeleinter Collie ins Lockbild rannte. Ich bin aufgesprungen und hab der joggende Besitzerin zugerufen, dass sie doch bitte den Hund anleinen möge. Die Joggerin lief weiter und auch als ich das Gespräch suchte, ignorierte sie mich und ging weiter. Kurz darauf gab mein Mitjäger zwei Schüsse auf eine fliegende Krähe ab. In diesem Gebiet herrscht Leinenpflicht. Das Ordnungsamt Ahaus fühlte sich aber bereits in der Vergangenheit in diesem Sachverhalt nicht zuständig.“


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.